Zahnfleischentzündungen – Tipps und Tricks für die richtige Zahnfleischpflege
 

Zahnfleischentzündungen - Tipps und Tricks für die richtige Zahnpflege

Das Zahnfleisch ist genauso wichtig wie die Zähne. Als Teil des Kieferapparates bettet es die Zähne sicher ein und sorgt für Festigkeit und guten Halt. Trotzdem wird der Zahnfleischpflege viel zu wenig Beachtung geschenkt. Beim Zähneputzen wird es gerne übergangen, nur die Zähne werden geputzt, nicht aber das Zahnfleisch. Vor allem Kinder lassen das Zahnfleisch oft aus. Das kann schlimme Folgen haben: Zahnfleischentzündungen, -blutungen und -rückgänge sind häufig und müssen unbedingt behandelt werden.

Wer schon einmal mit Zahnfleischproblemen zu tun hatte, weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Zu kalte und heiße Speisen und Getränke erzeugen einen stechenden Schmerz im Mund. Das Pulsieren der entzündeten Stelle verursacht Kopfschmerzen, man ist gereizt und zugleich erschöpft. Aber auch Erkrankungen des Zahnfleischs, die im ersten Moment nicht schmerzhaft sind, müssen behandelt werden. Zahnfleischrückgänge erzeugen zwar kaum Beschwerden, werden unbehandelt aber zu einem großen Problem.

Wie bilden sich Zahnfleischentzündungen?

  • Symptome die auf eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder Parodontitis hindeuten:
  • Zahnfleischbluten
  • Schmerzende Stellen am Zahnfleisch
  • gerötetes und / oder geschwollenes Zahnfleisch
  • weiches Zahnfleisch
  • Mundgeruch
  • Sekret oder Eiter in Zahnfleischtaschen
  • Zahnfleischschwund
  • lockere Zähne
Zahnfleischentzündung GingivitisZahnfleischentzündung Gingivitis

Auf unserer Mundflora leben unzählige Bakterienarten, welche aber bei einer gesunden Mundhygiene keine Bedrohung darstellen und normal sind. Erst wenn unsere Mundflora gestört wird, wie dies durch unzureichende Mundhygiene, zu viel Zucker etc., oder seltener auch durch Reizungen, oder Verletzungen entsteht, können sie sich über die Maßen hinaus vermehren und zum Problem werden. Werden die Nahrungsreste, die sich nach jeder Mahlzeit in unserem Mund ansammeln, nicht regelmäßig entfernt, haben die Bakterien leichtes Spiel und eine wunderbare Nahrungsquelle gefunden. Sie fangen an, die Speisereste zu verstoffwechseln und bilden hierbei einen zähnen Biofilm, der unsere Zähne in Form von Plaque umgibt. Wird dieser nicht spätestens jetzt beseitigt, bilden sich durch die Bakterien Säuren und andere Giftstoffe. Diese Säuren und Giftstoffe reizen und schädigen jetzt auf Dauer nicht nur die Zähne mit der Entstehung von Karies, sondern auch unser Zahnfleisch, in Form von Zahnfleischentzündungen (Gingivitis). Hier wird zwischen der akuten Gingivitis, mit akuten Schmerzen und der chronischen Gingivitis, die meist keine Symptome zeigt unterschieden.

Obwohl es sich bei der chronischen Gingivitis um die häufigste chronische Entzündung im menschlichen Körper handelt sollte sie nicht unbehandelt bleiben.Wird die Gingivitis nicht bald behandelt, wandern die Bakterien über den Zahnhals in das anschließende Zahnfleisch und es kommt zu einer beginnenden Parodontitis. Die Zahntaschen, wie der Bereich zwischen Zahnhals und Zahnfleisch genannt wird, ist für die Bakterien anatomisch bestens geeignet, sich weiter zu verbreiten. Verstärkt wird das Einschleppen von Bakterien noch durch die Bildung von Zahnstein in den Zahntaschen, hier heißt der Zahnstein dann aber nicht mehr Zahnstein sondern Konkrement. Hierbei wird, gerade an relativ geschützten Stellen vom Zahn, z.B. die Zahntaschen, oder auch in den Zahnzwischenräumen, der Zahnbelag durch Mineralstoffe aus dem Speichel zu Zahnstein bzw. Konkrement verhärtet. Geschieht dies an den Zahntaschen, wird der Bereich immer mehr geweitet und krankhaft vergrößert. Es wird sozusagen die Tür für den Plaque und somit auch die Bakterien ins innere des Zahnfleisches geöffnet und die Entzündung weitet sich mehr und mehr aus und kann sogar zum Knochenabbau und somit zu einem weiteren Zahnfleischrückgang führen. Ab dem der Kieferknochen befallen ist und sich die Zahntaschentiefe auf 3,5mm vergrößert (eine gesunde Zahntaschentiefe hat ca. 1-2mm) handelt es sich dann nicht mehr um eine Gingivitis, sondern um eine Parodontitis. Im Volksmund wird dieses Stadium auch oft Parodontose bezeichnet, was aber genau genommen falsch ist. Eine Parodontose bezeichnet nämlich eigentlich, einen nicht entzündlichen Zahnfleischrückgang.

Eine Sonderform der akuten Gingivitis stellt die akut nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (ANUG) dar. Diese stellt eine sehr aggressive Form der Zahnfleischentzündung dar. Hierbei entzündet sich das Zahnfleisch sehr plötzlich und die Patienten leiden unter Schmerzen, starkem Mundgeruch (Foetor ex ore) und Fieber. Auch ANUG bildet sich durch eine schlechte Mundhygiene und zusätzliche Risikofaktoren wie z.B. rauchen.

Von der Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zur ParodontitisVon der Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zur Parodontitis

Eine weitere Sonderform stellt die Schwangerschafts-Gingivitis dar. Hierbei kommt es auf Grund der veränderten Zusammensetzung des Speichels zu Störungen der Selbstreinigungsmechanismen im Mund, wodurch sich eine Zahnfleischentzündung entwickelt. Hier ist Vorsicht geboten, da gerade bei Schwangeren darauf zu achten ist, dass sich diese nicht in eine Schwangerschafts-Parodontitis weiterentwickelt. Falls sie schwanger sind, oder beabsichtigen bald schwanger zu werden, sollten sie sich über eine angemessene Pflege der Zähne während der Schwangerschaft am besten schon im Vorfeld erkundigen.

Ursachen und Risikofaktoren für Zahnfleischentzündungen

RisikofaktorenErläuterungFolgen
Mangelnde ZahnhygieneUnzureichender Gebrauch von Zahnbürste, Zahnseide, Mundspülung etcBildung von Zahnbelägen (Plaque / Zahnstein / Konkrement)
Mechanische ReizeSchlecht sitzender Zahnersatz, Kieferfehlstellungen, zu kräftiges ZähneputzenZahnfleisch kann gereizt werden und zu Entzündungen führen
Medikamente
  1. Immunsuppressiva
  2. Blutdrucksenker
  1. herabgesetzte körpereigene Abwehr
  2. lassen Zahnfleisch anschwellen
Chronische Krankheiten
  1. AIDS, Morbus Chron
  2. Diabetes mellitus, Stoffwechselstörungen
  1. herabgesetzte körpereigene Abwehr
  2. Wundheilungsstörungen
Rauchen
  1. Schlechte Durchblutung
  2. Verminderte Speichelproduktion
  3. Teerbeläge auf Zähnen
  1. Wundheilungsstörungen
  2. schlechtere Selbstreinigungsmechanismen
  3. Bakterien können besser haften
Hormonelle VeränderungenSchwangerschaft, Pubertät, Pille
  1. Spechelzusammensetzung
  1. Schlechtere Selbstreinigungsmechanismen
Schlechte ErnährungsgewohnheitenZahnbeläge bilden sich vermehrtBakterien haben einen idealen Nährboden und eine Energiequelle
Stress
  1. ungesundes Essen und trinken
  2. unzureichende Zahnhygiene
  3. körperliche Belastung / ungesunde Lebensweise
  1. Nährboden für Bakterien, Vitaminmangel
  2. zu wenig Vorsorge (Zahnarzt und zu hause)
  3. geschwächtes Immunsystem
Vitamin C-Mangel
  • Entwicklung der Krankheit „Skorbut“
  • In Industrieländern Rarität!
  • In Entwicklungsländern Folge von Unterernährung
Auf Grund von Unterernährung entsteht Vitamin C-Mangel; nach 2-4 Monate beginnen Symptome, mit u.a. Zahnfleischentzündungen;
Genetische Faktoren
  1. geringe Speichelproduktion (trockener Mund)
  2. Speichel zu dickflüssig
1. und 2. Selbstreinigungsmechanismen herabgesetzt

Jeder kann an Zahnfleischentzündungen (Gingivitis, Parodontitis, Parodontose) erkranken. Z.b. sind fast alle Mitteleuropäer von einer chronischen Gingivitis betroffen. Allerdings machen gewisse Risikofaktoren das entstehen bzw. Weiterentwicklung der häufigen Gingivitis zur schwerwiegenderen Parodontitis, deutlich wahrscheinlicher.

Der bzw. die wichtigsten Risikofaktoren stellen bei den Zahnfleischentzündungen, also sowohl der Gingivitis, als auch der Parodontitis /Parodontose Faktoren dar die wir selbst beeinflussen können. Nämlich unsere Lebensgewohnheiten. Schlechte Ernährungsgewohnheiten, wie viele schlechte Kohlehydrate und am besten über den Tag verteilt mehrfach gesüßte Getränke und Nahrungsmittel mit viel Zucker, lassen Zahnbeläge entstehen und liefern den Bakterien die sich auf diesen festsetzen noch zusätzliche Energie zu wachsen.

Rauchen lässt die Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein noch zusätzlich wachsen und der Teer lässt die Bakterien darauf auch noch wunderbar anhaften. Auch kommt es durch das Rauchen zu Durchblutungsstörungen, die die Selbstreinigungskräfte der Mundflora durch eine verminderte und in ihrer Konsistenz veränderte Speichelproduktion schwächen. Zusätzlich kommt es durch das Rauchen zu Wundheilungsstörungen, wodurch entstandene Defekte schwerer abheilen.

Wenn jetzt noch eine mangelnde Mundhygiene hinzu kommt, also die Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein nicht regelmäßig entfernt werden, dann sind Zahnfleischentzündungen und andere Zahnprobleme wie z.B. Karies fast schon vorprogrammiert.

Mutter mit Säugling und Hausarbeit

Ähnliche Wirkungsmechanismen hat Stress auf die Gesundheit des Zahnfleisches. Durch den chronischen Zeitmangel, wird nicht auf die Ernährung geachtet. Es kommt zu Heißhungerattacken, wodurch zu schnell gegessen wird und somit weniger Speichel produziert wird, der einen schützenden Effekt für die Mundschleimhaut darstellt. Auch wird während solcher Heißhungerattacken gerne auf Junk Food und Süßes zurückgegriffen, was aber reichlich Zahnbeläge zur Folge hat und den Bakterien als Nahrungsquelle dient. Durch Stress wird der Körper durch die Stresshormone wie z.B. vermehrte Kortisonausschüttung in eine Art „Daueralarmzustand“ gesetzt. Dies strängt den Körper auf Dauer an und die körpereigene Abwehr wird geschwächt. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Abwehrmechanismen und die Wundheilung des Zahnfleisches.

Risikogruppen für Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, ParodontoseUrsache
Ältere MenschenOftmals Zahnersatz weniger Speichelfluss
RaucherVerminderte Durchblutung weniger Speichelfluss andere Speichelzusammensetzung
SchwangereWeniger Speichelfluss andere Speichelzusammensetzung Bindegewebe wird gelockert
Chronisch Kranke (v.a Diabetiker, AIDS)Körpereigene Abwehr herabgesetzt gestörte Wundheilung
Menschen aus unteren BildungsschichtenSchlechte Ernährungsgewohnheiten schlechtere Mundhygiene
Kinder und JugendlicheLieben oftmals Süßes und Junk Food Zahnspangen ungeübt und nicht so diszipliniert bei Mundhygiene
Magersüchtige, Bulimie Kranke, UnterernährteChronischer Vitamin C Mangel führt zum Kranheitsbild Skorbut; Symptome sind u.a. Zahnfleischentzündungen

Prävention von Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis / Parodontose

Tipps zur Prävention von Zahnfleischentzündungen:

PräventionsmaßnahmeAusführung
Zahngesunde Ernährungwenig Süßes oder Saures v.a. nicht mehrmals täglich vitaminreich
GetränkeHauptsächlich Wasser keine süßen und klebrigen Getränke
Zahnpflege
  • 2-3 mal täglich Zähneputzen
  • ½ Stunde zwischen Essen und Zähneputzen
  • Zahnseide oder Interdentalbürste täglich benutzen
  • täglich Mundspülung benutzen
Vorsorge Zahnarzt
  • 2 mal jährlich Zahnarztbesuch
  • 2 mal jährlich professionelle Zahnreinigung
  • bei Beschwerden sofort zum Zahnarzt
RauchstoppWenn möglich nicht rauchen
Prävention von Gingivitis, Parodontitis, ParadontosePrävention von Gingivitis, Parodontitis, Paradontose

Da unsere Lebensgewohnheiten eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und der sich daraus entwickelnden Parodontitis / Paradentose spielen, kann hier auch ansetzt werden um die Krankheit und ihre Folgen zu vermeiden.

Hierbei und auch bei der Prävention aller Zahn- und Zahnfleischerkrankungen spielt die optimale Zahnpflege eine große Rolle. Denn wo schöne weiße Zähne glänzen, sind keine Zahnbeläge und wo keine Zahnbeläge (Plaque) sind, haben es Bakterien schwer sich festzusetzen. Das stoppt zum einen die Entstehung von Karies, als auch die Bildung von Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Parodontose. Von daher sollte darauf geachtet werden, das sich auf unseren Zähnen keine Zahnbeläge festsetzen können. Hierfür sollten wir 2-3 mal täglich unsere Zähne mit Zahnbürste und Zahnpasta reinigen. Hierbei ist sowohl die richtige “Putztechnik“, als auch qualitativ hochwertiges Equipment notwendig. Zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zähneputzen sollte mindestens eine halbe Stunde liegen, da der Zahnschmelz durch die Nahrungsaufnahme geschwächt wird und diese Zeit braucht um sich wieder zu härten. Auch sollte mindestens einmal täglich, am besten abends, Zahnseide oder eine Interdentalbürste verwendet werden. Nur mit dieser können wir auch in den Zahnzwischenräumen und an den Zahnhälsen Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein gründlich entfernen. Um eine Großzahl an Bakterien abzutöten und kleinste Entzündungen zum abheilen zu bringen ist auch das Anwenden von Mundspülung einmal täglich empfehlenswert. Aber Vorsicht! Manche Mundspülungen dürfen nicht längere Zeit am Stück angewendet werden, da sie zu Zahnverfärbungen führen können! Also bitte Packungsbeilage beachten!

Weiterhin gehört eine vitaminreiche, gesunde und ausgewogene Ernährung zur optimalen Vorsorge dazu. Hierbei sollten sie auf die richtige Ernährung für gesunde Zähne achten. Gerade kohlehydratreiche Mahlzeiten und zuckerreiche Lebensmittel und Getränke belasten den Zahnschmelz und verstärken die Bildung von Zahnbelägen (Plaque) und Zahnstein. Diese führen wiederum zu Zahnfleischentzündungen (Gingivitis). Und auch Vitaminmangel kann ihr Immunsystem in seiner Leistungsfähigkeit einschränken und so ihr Zahnfleisch für Bakterien empfänglicher machen.

Richtige Ernährung für gesunde Zähne

Auch sollte sowohl ihrer allgemeinen Gesundheit zu liebe, als auch für ihr Zahnfleisch ein Rauchstopp erfolgen! Denn durch das Rauchen wird die Bildung von Zahnbelägen und Zahnstein noch verstärkt! Zusätzlich lässt der in Zigaretten enthaltene Teer die Bakterien noch besser auf den Zahnflächen haften und der Effekt durch die Beläge wird noch verstärkt. Zusätzlich haben Raucher eine deutlich schlechtere Durchblutung und daraus resultierend Wundheilungsstörungen. Kleine Zahnfleischdefekte können damit schwerer abheilen und breiten sich schneller aus.

Eine der wichtigsten Präventivmaßnahmen ist das Wahrnehmen von den Vorsorgeuntersuchungen bei ihrem Zahnarzt. Er kann schon kleinste Zahnfleischentzündungen sehen und frühzeitig eine Behandlung einleiten, so dass es gar nicht erst zur Ausbildung einer Parodontitis, oder schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen kann. Auch kann beim Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Im Rahmen dieser werden alle Zahnbeläge und der Zahnstein mit unterschiedlichen Handgeräten, Ultraschall und der Abtragung durch Luft-Wasser-Salz Gemischen entfernt. Hierbei werden auch die Zahnzwischenräume und Zahnhälse gereinigt und der Entstehung von Karies und Zahnfleischentzündungen wirkungsvoll vorgebeugt. Leider wird die professionelle Zahnreinigung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Eine Behandlung kostet ca. 80-90€ und wird i.d.R. 2 mal jährlich durchgeführt, bei bestimmten Krankheitsbildern z.B. häufigen Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis auch häufiger. Daher sollten Menschen die die professionellen Zahnreinigung regelmäßig nutzen, eine Zahnzusatzversicherung abschließen, die diese Leistungen mit abdeckt. Es gibt verschiedene Zahnzusatzversicherungen mit Leistungen für professionelle Zahnreinigung. Der Tarif Württembergische V1, V2, V3 ist hier im besonderen zu empfehlen.



Behandlung und Therapie bei Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), Parodontitis und Parodontose

Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und ParodontitisZahnfleischentzündung (Gingivitis) und Parodontitis

Hat sich eine einfach Zahnfleischentzündung (Gingivitis) gebildet, reicht es oft aus die allgemeinen Zahnpflegemaßnahmen zu verbessern. Hierdurch kann die Entzündung meist ohne Hilfe des Zahnarztes reduzieren. Wichtig dabei ist, diese erste Entzündung als Warnung zu sehen, die Zahnhygiene und die Zahnfleischpflege nicht zu vernachlässigen. Zu dem sanften Putzen mit einer Bürste mit weichen, abgerundeten Borsten gehören auch Zahnseide oder Zahnseide. Gerade im akuten Fall einer Gingivitis sollte vorübergehend eine antibakterielle Mundspülung (z.B. Chlorhexidin) verwendet werden. Auch Homöopathie kann bei einer akuten Gingivitis helfen (Z.b. Calcium fluoratum). Aber auch Hausmittel können zur Unterstützung der Wundheilung und zur Schmerzlinderung angewendet werden. Hierbei hat sich das Gurgeln mit Kamillen-, Salbeitee und verdünntem Apfelessig bewährt. Sollten die Beschwerden allerdings nicht innerhalb von einigen Tagen abheilen bzw. sich deutlich bessern, empfiehlt sich ein Besuch beim Zahnarzt, der dann eine gezieltere Behandlung einleiten wird.

Heilt eine Gingivitis durch die oben beschriebenen Maßnahmen nicht ab, oder ist die Zahnfleischentzündung schon in eine Parodontitis / Parodontose übergegangen, ist der Besuch beim Zahnarzt unvermeidlich um schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Dieser wird zunächst eine genau Diagnose stellen. D.h. er wird ihr Gebiss genau untersuchen, die Zahntaschentiefen (Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch) vermessen, Lockerungsgrade (0 = fest, 1 = fühlbar, 2 = sichtbar, 3 = sichtbar beweglich mit z.B. Zunge) dokumentieren, Entzündungsherde suchen und evtl. auch ein Röntgenbild anfertigen lassen, um einen Knochenabbau sicher erkennen zu können. Aus diesen Untersuchungen ergibt sich dann der Parodontale Screening Index (PSI) oder auch der Parodontalstatus. Zusätzlich kann der Arzt noch die Art und Anzahl der Bakterien in der Mundhöhle bestimmten, um eine evtl. Antibiotika-Therapie, besser abstimmten zu können. Auf Basis der Diagnosen, die sich aus diesen Untersuchungen ergeben, wird dann ein Behandlungsplan erstellt.

Parodontitis Zahnfleischrückgang auf RöntgenbildParodontitis Zahnfleischrückgang auf Röntgenbild

Diagnostiziert der Zahnarzt nur eine Gingivitis oder eine noch nicht allzu ausgeprägte Parodontitis, kann es ausreichend sein, erst einmal alle Zahnbeläge, Konkremente und Zahnstein im Rahmen einer professionelle Zahnreinigung gründlich zu entfernen. Weiterhin werden auch die Zahnhälse und Zahnwurzeln unterhalb der Schleimhautgrenze gründlich gereinigt. Dieser Vorgang nennt sich geschlossene Kürettage. Der Arzt wird hierbei mit Scaler, Küretten, Ultraschall, Laser, oder andren Handgeräten vorsichtig alle Beläge, die nicht mit der Zahnbürste erreicht werden können, entfernen. Anschließend bekommt der Patient Verhaltensempfehlungen für zu hause erläutert. Diese umfassen z.B. das tägliche anwenden einer antibakterielle Mundspülung (Chlorhexidin) etc. um die Zahnfleischentzündung endgültig zum abheilen zu bringen. Bei besonders hartnäckigen, oder aggressiven Bakterien, kann es auch notwendig werden, dass Antibiotika gegeben wird. Dieses wird entweder in die betroffenen Zahntaschen eingelegt (Medikamentöse Einlagen), oder in Form von Tabletten eingenommen. Auch können dauerhafte Einlagen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin (z.B. PerioChip), der der gleiche wie in den antibakteriellen Mundspülungen ist, in die Zahntaschen eingelegt werden. Da der Chip eine höhere Dosierung des Wirkstoffes Chlorhexidin hat und gezielter wirken kann, da er direkt in die betroffenen Zahntaschen eingelegt wird, ist er effektiver als die Mundspülung.

Ist die Parodontitis schon stark ausgeprägt (z.B. Zahntaschentiefe über 6mm), oder wird die Parodontitis mit den oben genannten Maßnahmen nicht in den Griff bekommen, muss leider ein kleiner chirurgischer Eingriff durchgeführt werden. Dieser nennt sich offene Kürettage. Hierbei wird das Zahnfleisch an den betroffenen Stellen vom Zahn gelöst, um die Zähne unter Sicht besser reinigen und desinfizieren zu können.

Vergleich ZahnzusatzversicherungVergleich Zahnzusatzversicherung

Während dieser Behandlungen kann es zu Kosten kommen, die nicht im Rahen der gesetzlichen Krankenversicherungen getragen werden (z.B. professionelle Zahnreinigung, Lasertherapie, medizinische Einlagen in Zahntaschen). Deshalb macht es für alle gesetzlich versicherte Personen Sinn, über den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nachzudenken. Um zu eruieren welcher Tarif für sie abschließbar und auch von den Leistungen her passend ist, ist ein Zahnzusatzversicherung Vergleich sinnvoll.

Folgeerkrankungen und Komplikationen die mit Parodontitis einhergehen können

Parodontitis FolgeerkrankungenParodontitis Folgeerkrankungen

Bleibt eine Parodontitis unbehandelt, können sich hieraus auf Dauer schwerwiegende Folgekrankheiten entwickeln. Hierbei können die Bakterien durch die entzündeten Flächen in die Blutbahnen gelangen und von hier in andere Teile des Körpers verbreitet werden und hier zu Folgekrankheiten bzw. Komplikationen führen.

Zum Beispiel steht die Parodontitis im Verdacht ein Risikofaktor für die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) zu sein, welche einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zur Folge haben kann. Bei Diabetikern kann sich durch eine unbehandelte Parodontitis sogar der Diabetes verschlimmern. Ebenso entwickeln Menschen mit Parodontitis häufiger einen Tumor im Kopf-Hals-Bereich als Menschen ohne diese Vorerkrankung. Aber auch für Rheuma gilt eine unbehandelte Parodontitis als Risikofaktor. Besonders Schwangere sollten auf ihre Zähne während der Schwangerschaft achten! Denn Schwangere mit Parodontitis haben ein um vielfaches höheres Risiko eine Frühgeburt oder Fehlgeburt zu erleiden als Schwangere ohne diese Vorerkrankung! Auch ist bei Schwangeren durch die Parodontitis das Risiko für das Entwickeln einer Schwangerschaftsdiabetes erhöht! Bei älteren Menschen und Immungeschwächten, können Bakterien aus dem Mundraum, zu schweren Atemwegserkrankungen, wie z.B. Lungenentzündung führen.

Fazit

Wer seine Zähne gut pflegt, bekommt nicht nur gesunde, schöne, weiße Zähne geschenkt, sondern verlängert vielleicht sogar seine Lebenszeit, indem er die Entwicklung von Folgeerkrankungen stoppt, oder zumindest nach hinten verschiebt! Also auf jeden Fall auf die richtige Zahnpflege achten, gesund ernähren und Vorsorgeuntersuchungen bei ihrem Zahnarzt wahrnehmen!

Damit sie noch lange mit einem strahlenden Lächeln durchs Leben schreiten!