Babyzähne - unsere biologische Festplatte

Babyzähne - unsere biologische Festplatte

Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Milchzähne bilden Wachstumsringe, die viele Informationen über Umwelteinflüsse speichern

Wachtumsringe eines Baumes

Wie lautet schon ein altes Sprichwort? „Kindermund tut Wahrheit kund“. Das gilt wohl nicht nur für herrlich offene Aussprüche der Kleinsten, sondern auch für deren erste Zähnchen. Die Milchzähne speichern nämlich während ihres Wachstums Informationen über verschiedene Umwelteinflüsse – das haben jetzt Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York herausgefunden. Unter der Leitung des Biologen Manish Arora fanden die Forscher heraus, dass Milchzähne während ihres Wachstums Ringe bilden, ähnlich wie bei Bäumen. Diese Ringe enthalten dabei diverse Informationen über Umwelteinflüsse, denen das Kind täglich ausgesetzt war - allerdings bilden sich die Ringe nicht jährlich wie bei Bäumen, sondern täglich.

Die Arbeit von Arora ist Teil der Studien über den sogenannten Exposom - darunter versteht man die Gesamtheit aller nicht-genetischen Umwelteinflüsse, denen ein Mensch lebenslang ausgesetzt ist. Die Wissenschaftler versuchen damit, die Möglichkeiten der Medizin auf eine neue Ebene zu erheben. Man stelle sich vor, ein Arzt könnte beispielsweise nur anhand einer Blutprobe die bisherigen Umwelteinflüsse analysieren, denen die Person ausgesetzt war und im Anschluss ein Gesundheits-Risikoprofil erstellen. Damit wäre ein ganz neuer Ansatz zur Behandlung verschiedener Erkrankungsbilder möglich. 

Die Milchzähne bieten dabei den frühesten und umfassendsten Einblick, welche Umwelteinflüsse die Gesundheit voraussichtlich beeinflussen. Beispielsweise könnte man versuchen, herauszufinden, welche Umwelteinflüsse beispielsweise speziell das Risiko, später an Leukämie zu erkranken, erhöhen. Damit könnten in Zukunft viele Krankheiten schon vor deren Entstehung durch gezielte Prophylaxe und Risikovermeidung behandelt werden. Auch für Schwangere könnten die weiteren Forschungsergebnisse interessant sein, wenn Risikofaktoren für verschiedene Krankheitsbilder herausgefunden werden könnten.

Tipp: leider lässt sich noch nicht wirklich vorhersagen, ob ihr Kind später mal eine Spange benötigt oder nicht - sichern Sie sie sich daher rechtzeitig mit einer Zahnzusatzversicherung für Kinder ab!


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