BGH-Urteil: Patientin muss misslungene Behandlung mit Implantaten nicht bezahlen

2018-09-21 13:42

Im Jahr 2010 hatte sich eine Bremerin acht Zahnimplantate setzen lassen. Aufgrund von Komplikationen wurde die Behandlung ihrerseits abgebrochen - der Zahnarzt forderte dennoch Honorarkosten in Höhe von rund 34.000 Euro von ihr. Der BGH hat jetzt entschieden, dass Patienten das Honorar bei einer fehlerhaften Zahnersatz-Behandlung nicht bezahlen müssen, wenn auch angebotene Nachbehandlungen kaum Erfolgschancen hätten.

 

Alle Implantate unbrauchbar?

Doch der Reihe nach, wie kam es dazu? Im Jahr 2010 begab sich die Patientin bei einem Zahnarzt in Behandlung. Insgesamt sollten 8 Implantate gesetzt und prothetisch mit Kronen versorgt werden.

Doch im Verlauf der Behandlung kam es zu Komplikationen. Die Patientin bemängelte, dass die Implantate nicht tief genug und noch dazu an den falschen Stellen im Kiefer gesetzt worden waren. Die Klägerin brach die Behandlung ab, nachdem ihr auch medizinische Gutachter bestätigt hatten, dass die Implantate damit vollkommen unbrauchbar seien. Die geplante Versorgung der Zähne mit Kronen wurde nicht durchgeführt.

 

Zahnarzt fordert volles Honorar

Nach Abbruch der Behandlung machte der Zahnarzt seine Honorarkosten in Höhe von 34.000 Euro geltend - die Frau weigerte sich, die Kosten zu übernehmen. Damit ging der Fall vor Gericht. In zweiter Instanz hatte das Oberlandesgericht Celle noch entschieden, dass dem Zahnarzt trotz der misslungenen Behandlung noch rund die Hälfte der Behandlungskosten zustehen, also rund 17.000 Euro. Nach Ansicht des OLG Celle wäre die Weiterverwendung der bisherigen Behandlung zumindest eine Option gewesen, mit der sich die Frau hätte beschäftigen müssen.

 

BGH hebt OLG-Urteil auf

Dieses Urteil hat der BGH nun revidiert, da nach Ansicht des Gerichts sehr gravierende Behandlungsfehler passierten und die erbrachten Leistungen für die Patientin damit komplett nutzlos waren. Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung einem Sachverständigen-Gutachten, in dem sämtliche Implantate als unbrauchbar deklariert wurden. Laut Gutachten hätte die Frau mit einem jahrelangen Entzündungsrisiko leben müssen, hätte sie die Implantate im Kiefer belassen. Bei Entfernung der Implantate hingegen, bestünde das Risiko, dass die Knochensubstanz geschädigt würde, so dass neue Implantate keinen festen Halt mehr finden könnten.

Nach Auffassung des BGH sind damit die Leistungen „objektiv und subjektiv völlig wertlos“. Daher muss die Patientin in diesem Fall auch keinen Teil der Honorarkosten übernehmen. Der BGH hat den Fall zudem an das OLG Celle zurück verwiesen, das prüfen muss, ob der Zahnarzt noch Leistungen abrechnen darf, die über die fehlerhaften Implantate hinausgingen.

Zurück

2019

2019-07-17 15:01

Zahnzusatzversicherung Finanztip - Kritik wegen Schleichwerbung

Das Verbraucherportal Finanztip ist vor dem OLG Dresden wegen Irreführung dazu verurteilt worden, Verbraucher eindeutiger auf sein Geschäftsmodell hinzuweisen.

Das Portal hatte damit geworben „werbefrei“ zu sein, finanziert sich jedoch über Empfehlungsprovisionen von Versicherungsgesellschaften und Vergleichsportalen wie Check24 und Verivox. Geklagt hatte der hessische Gasanbieter Bürgergas GmbH.

Weiterlesen …

2019-07-16 13:43

Zahnersatz im Osten günstiger - Barmer Zahngesundheitsatlas 2019

Laut aktueller Zahngesundheits-Studie 2019 der Barmer Krankenkasse zahlen Patienten in den alten Bundesländern mehr für Zahnersatz wie im Osten. Darüber hinaus ist ein starkes Stadt-Land-Gefälle zu beobachten. Für die aktuellste Studiewurden die Daten von rund 9,4 Millionen Versicherten aus dem Jahr 2017 ausgewertet. 

Weiterlesen …

2019-07-02 09:15

Über 16 Millionen Deutsche haben eine Zahnzusatzversicherung

Auch im Jahr 2018 liegen Zahnzusatzversicherungen weiter im Trend. Nach kürzlich veröffentlichten Zahlen des PKV-Verbandes stieg die Zahl abgeschlossener Policen im vergangenen Jahr um rund 343.000 Versicherungen (entspricht etwa einem Plus von 2,2 Prozent).

Damit haben nun erstmals über 16 Millionen Deutsche eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Der Trend zu privater Vorsorge bleibt damit ungebrochen.

Weiterlesen …

2019-05-06 13:49

76 von 234 getesteten Zahnzusatzversicherungen laut Finanztest „Sehr Gut“

In den vergangenen Jahren hat die Stiftung Warentest ihren Test für Zahnversicherungen etwa alle 2 Jahre überarbeitet. Nach 2018 waren wir daher etwas überrascht, dass es schon im Mai 2019 wieder so weit war.

Die Ergebnisse fallen ähnlich aus wie in den vergangenen Jahren: 76 von 234 getesteten Tarifen sind „Sehr Gut“. Stiftung Warentest nennt zudem besonders günstige Angebote.

 

Weiterlesen …

2019-02-10 16:31

Für was ist eine Zahnzusatzversicherung?

Viele Menschen fragen sich, wofür man eigentlich eine Zahnzusatzversicherung braucht. Die Antwort ist eigentlich einfach: die gesetzliche Krankenkasse bietet für Zahnersatz nur geringe Zuschüsse, die sich auf Basis der sogenannten Regelversorgung berechnen.

Wer auf eine gute Versorgung seiner Zähne Wert legt (z.B. Implantate o.Ä.) und die hohen Kosten dafür nicht selbst tragen möchte, sollte eine Zahnzusatzversicherung abschließen.

Weiterlesen …

2019-02-10 14:57

Wie viel kostet eine gute Zahnzusatzversicherung?

Eine gute Zahnversicherung kostet für junge Erwachsene ab 8 Euro im Monat. Wer älter ist oder mehr Leistungen versichern möchte, zahlt mehr. Wie viel die Versicherung genau kostet, hängt vom Alter, vom Zahnzustand und von der Qualität bzw. dem Umfang der versicherten Leistungen ab. 

Bei uns erfahren Sie, wie viel eine gute Zahnzusatzversicherung kostet.

 

Weiterlesen …