CSS Zahnzusatzversicherung – über 100% BAP in 5 Jahren

2014-11-04 16:27

Versicherte der CSS müssen zum kommenden Jahren erneut höhere Beiträge für ihre Zahnzusatzversicherung aufbringen

Süße Schokolade – würziger Käse, hohe Berge – niedrige Tarife“

 

So hatten sich viele Versicherte der CSS das sicherlich nicht vorgestellt, als sie vor 5, 6 oder 7 Jahren ihre Zahnzusatzversicherung CSS.flexi abgeschlossen hatten.

Tarifli“ lautete die Überschrift der Tarifbroschüre zur Tarifserie CSS.flexi. Weiter warb die CSS mit dem Spruch:

Süße Schokolade – würziger Käse, hohe Berge – niedrige Tarife“

 

Vergleichen Sie unsere Tarife doch mal mit dem Angebot eines Wettbewerbers. Sie werden feststellen: So viel flexibler Versicherungsschutz für so wenig Euro ist einzigartig.“

 

Eine Top Zahnzusatzversicherung zum sehr günstigen Einstiegsbeitrag versprach die CSS damals Kunden wie Vermittlern. Wie das funktioniert? Durch die andernorts übliche – und bis dato in Deutschland fast unbekannte – Kalkulation nach Art der Schadenversicherung. In den Beiträgen der CSS waren im Gegensatz zu herkömmlichen deutschen Zusatztarifen keine Altersrückstellungen enthalten, was zu minimalen jährlichen Anpassungen führen sollte, weil man immer nur den Beitrag zahlen soll, der dem durchschnittlichen Schadenrisiko der derzeitigen Altersklasse entspricht.

 

Die Leistungen des Tarifes flexi Zahnersatz-TOP + Zahnbehandlung konnten sich sehen lassen:

  • 80-90% Zahnersatz
  • 100% Zahnbehandlung
  • 100% Prophylaxe / Zahnreinigung (sogar ohne Begrenzung)
  • 80% Kieferorthopädie

 

und das beste daran:

 

Volle Leistung schon nach 8 Monaten Wartezeit!

 

Gerade letzterer Punkt war für viele Menschen ein schlagendes Argument, gerade bei der CSS eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, denn wer wartet schon gern jahrelang bevor er in den Genuss hoher Leistungen kommen kann?

 

Unser Tipp:

prüfen Sie, ob sich ein Wechsel der Versicherung lohnt - viele wichtige Tipps und Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber Zahnzusatzversicherung Wechsel

 

 

 

Wer findet den Fehler? Das Unheil nimmt seinen Lauf

 

Nun ja – genau da lag – rückwirkend betrachtet der Fehler. Diese sofortige unbegrenzte Leistungszusage der CSS wurde leider von einigen Versicherten ausgenutzt. Andere Versicherer begrenzen ihre Leistung zunächst einmal mehrere Jahre auf bestimmte Höchstbeträge, bevor der Versicherte richtig hohe Leistungen erhalten kann. Man versucht damit Anreize zu setzen, damit der Abschluss einer Zahnversicherung möglichst frühzeitig vom Interessenten erwogen wird, und nicht erst, wenn er selbst schon merkt, dass er möglicherweise bald teuren Zahnersatz benötigen wird.

Gepaart mit einer anfänglich (2007-2009) all zu laxen Annahmepolitik hat sich hier im Laufe der Jahre eine Art „Teufelsspirale“ entwickelt. 2007 mussten Antragsteller, die bei der CSS einen Vertrag abschließen wollten nur einige wenige Angaben zum Zahnzustand liefern. Wichtige Angaben, z.B. die Anzahl oder das Alter vorhandenen Zahnersatzes oder in der Vergangenheit behandelte Parodontalerkrankungen, wurden zwischen 2007 und 2009 im Antragsformular der CSS nicht abgefragt.

Diese Umstände waren sicherlich der Tatsache geschuldet, dass es sich bei der CSS um einen Newcomer in Deutschland handelte. Zwar war man der zweitgrößte Krankenversicherer der Schweiz, jedoch hierzulande noch gänzlich unbekannt. Damit sich das Geschäftsmodell langfristig rechnet, musste zunächst eine gewisse Masse an Versicherten generiert werden – das hat in den ersten Jahren auch prima funktioniert.

Zum 1.1.2010 musste dann die erste geringfügige Korrektur erfolgen – die Beiträge wurden zum Jahreswechsel 2009 auf 2010 um runde 9% erhöht. In den kommenden Jahren wurden die Probleme bei der CSS dann offenbar immer gravierender: In den

Jahren 2011 und 2012 mussten die Beiträge dann erneut zwei mal hintereinander erhöht werden, insgesamt um weitere ca. 30%.

Was passiert nun, wenn ein Versicherer regelmäßig die Beiträge in derartigem Umfang erhöhen muss?

 

Das Teufelsrad beginnt, sich zu drehen:

 

Einige Versicherte ziehen die Reißleine und kündigen ihren Vertrag. Das sind jedoch vornehmlich die „guten Risiken“, die Menschen mit gutem Zahnzustand, für die sich die Versicherung augenscheinlich nicht rechnet, weil sie kaum Leistungen benötigen und nur einzahlen.

Genau diese „guten Risiken“ benötigt ein Versicherer jedoch, um einen Tarif langfristig stabil halten zu können.

Auf diese Weise findet im Laufe der Zeit eine Art negative Entmischung statt. Kunden mit schlechtem Zahnzustand, die bereits erwarten, in Zukunft (hohe) Leistungen zu benötigen, bleiben im Kollektiv. Gute Risiken verlassen das Kollektiv. Neugeschäft kommt auch kaum mehr nach, da die Beiträge in der Zwischenzeit über dem Marktdurchschnitt liegen und der Versicherer die Annahmepolitik restriktiver gestaltet hat.

Das Kollektiv verkleinert sich und wird immer „kränker“.

Die Folge dieser unschönen Entwicklung lässt sich gut am Beitragsverlauf ablesen. Im März 2013 folgte dann, was unweigerlich passieren musste:

Die Beiträge in der Tarifkombination CSS.flexi ZE-TOP + ZB mussten erneut heftig angepasst werden, teilweise je nach Alter und Geschlecht bis über 40%!!

 

 

Zahlen, Daten & Fakten zur Beitragsanpassung bei CSS Flexi

 

- 5 Beitragsanpassungen zwischen 2010 und 2015

- mehr als 100% Beitragserhöhung in diesem Zeitraum

- in Einzeljahren in der Spitze mehr als 40% Beitragserhöhung

- wer 2007 als 50jähriger Mann mit einem Startbeitrag von 22,69 Euro eingestiegen ist, bezahlt heute dank Beitragserhöhungen und höherer Altersklasse satte 53,79 Euro (der Beitrag beträgt hier also heute mehr als 250% vom ursprünglichen Startbeitrag!!!) 

 

Situation heute: Beitragsanpassung 2014 / 2015

 

Gegenüber dieser Zahl wirkt die aktuell angekündigte Beitragsanpassung für das Jahr 2015 sogar noch recht moderat mit gerade einmal ca. 9 bis 14%.

Die CSS hat ihr Deutschlandgeschäft augenscheinlich fast aufgegeben. Trotz der erheblichen Beitragsanpassungen, erwirtschaftete die liechtensteiner Tochter der CSS Versicherung, die für das Deutschlandgeschäft zuständig ist, seit Jahren erhebliche Verluste. Übereinstimmenden Medienberichten geht es um rund 200 Millionen Schweizer Franken, die über mehrere Jahre an Verlusten aufgelaufen sind.

Seit längerem kursierte in Fachkreisen das Gerücht, die CSS Versicherung suche einen Käufer für das marode Deutschlandgeschäft. Wobei das Wort Käufer eigentlich nicht richtig ist, da die CSS Versicherung einem eventuellen „Käufer“ übereinstimmenden Medienberichten zufolge einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag Schweizer Franken als Zugabe hätte mitgeben müssen.

Im Oktober 2014 wird war es dann soweit – Insider wussten es bereits etwas früher, so dass die Verkündung nicht überraschend kam:

Die Hanse Merkur übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an der CSS Versicherung Vaduz (LI) und übernimmt so faktisch die Kontrolle über das Deutschlandgeschäft. Über die genauen Details wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Versicherungskonzern CSS hat also selbst kaum Hoffnung mehr gehegt, dass die Probleme im Deutschlandgeschäft mit ergänzenden Zahnzusatzversicherungen in Griff zu kriegen sind. Was die Hanse Merkur langfristig vorhat, kann man derzeit wohl noch nicht genau abschätzen.

Das Geschäft läuft lt. CSS und Hanse Merkur zunächst unverändert weiter – für Kunden und Vertriebspartner der CSS ändert sich also ad hoc erstmal gar nichts.

 

 

Wie sollten sich Versicherte der CSS verhalten?

 

Verbliebene Versicherte der CSS fragen sich natürlich nun, was sie am besten tun sollten.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten und bedarf einer individuellen Analyse des Ist-Zustandes.

Eine ganz wichtige Rolle spielt natürlich der Zahnzustand. Nur wenn der Zahnzustand gut ist, werden Sie bei einem anderen Versicherer aufgenommen und haben Versicherungsschutz für die Zukunft.

 

Folgende Punkte gilt es abzuwägen und zu berücksichtigen:

 

 

Annahmeentscheidung und vorvertragliche Anzeigepflicht

 

Zunächst einmal ist natürlich die Frage, wie gut der Zahnzustand allgemein zu bewerten ist und ob bzw. welche Möglichkeiten für einen Neuabschluss noch bestehen.

Die meisten Versicherungsgesellschaften stellen beim Antrag für eine Zahnzusatzversicherung einige Fragen zum Zahnzustand und selektieren damit gute und schlechte Risiken.

Ein Wechsel kommt in aller Regel nicht in Frage, wenn

  • seit Vertragsabschluss Zähne gezogen worden sind, die zwischenzeitlich nicht ersetzt worden sind

  • in absehbarer Zeit Zahnärztliche Behandlungen geplant / zu erwarten sind

  • eine chronische Zahnfleischerkrankung besteht (Parodontitis / Parodontose)

     

 

Bei einem Tarifwechsel kündigen Sie den alten Vertrag bei der CSS und müssen bei einem neuen Anbieter Angaben über Ihren Zahnzustand machen.

Der Versicherer kann die Angaben zum Zahnzustand bis zu 10 Jahre nach Vertragsabschluss überprüfen und bei unwahren Angaben ggf. vom Vertrag zurücktreten oder den Vertrag sogar anfechten.

Diese Frist beginnt im Falle eines Neuabschlusses natürlich von neuem zu laufen.

Darüber hinaus forscht der neue Versicherer bei Regulierung von Schäden unter Umständen nach, ob ein Versicherungsfall bereits vor Antragstellung eingetreten ist – auch hier beginnt natürlich im Falle eines Versicherungswechsels ein neues „Zeitalter“.

 

 

Anfängliche Leistungsbegrenzungen & Wartezeiten

 

Darüber hinaus bestehen bei den meisten Anbietern neue Wartezeiten und / oder Leistungsbegrenzungen:

Üblicherweise können in den ersten 6 oder 8 Monaten nach Antragstellung keine Leistungen abgeschöpft werden.

Haben Sie darüber hinaus innerhalb der ersten 3, 4, 5 oder 6 Jahren einen größeren Schaden, können Sie diesen beim neuen Versicherer nur innerhalb bestimmter Höchstgrenzen geltend machen. Derartige Begrenzungen sind je nach Anbieter verschieden.

Manche Versicherer begrenzen nur 3 oder 4 Jahre, manche länger.

Manche leisten im ersten Jahr schon bis zu Beträgen von 1000 Euro oder mehr für Zahnersatz, andere leisten anfänglich teilweise deutlich weniger, z.B. nur maximal 300 Euro im ersten Jahr (Münchener Verein) oder 500 Euro im ersten Jahr (ERGO Direkt).

Je nach Zahnzustand sollten Sie entscheiden, ob Sie hier mehr oder weniger Risiko zu gehen bereit sind.

Wie wir aus dem Beispiel CSS gelernt haben, sind hohe anfängliche Leistungen mitunter nicht förderlich für das Thema Beitragsstabilität.

 

 

TIPP: spezielle Wechsel-Angebote prüfen

 

Es gibt Versicherungsgesellschaften, die speziell für Personen mit einer hochwertigen Vorversicherung spezielle Wechsel-Tarife anbieten, wo dann auf Wartezeiten und teilweise Leistungsbegrenzungen verzichtet wird, wenn der Versicherungsschutz nahtlos übergeht.

 

Wenn Sie Ihren Zahnzustand als gut einschätzen und prüfen möchten, ob derartige Angebote für Sie in Betracht kommen, rufen Sie uns einfach an unter 08142 - 651 39 28.

 

Unser Tipp:

 

prüfen Sie online, ob es günstigere Tarife gibt: Zahnzusatzversicherung Vergleich

 

 

 

Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen beim Tarifwechsel. Seriöserweise erhalten Sie von uns aber auch eine Empfehlung gegen einen Wechsel, wenn die Risiken zu hoch sind.

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2019

2019-05-06 13:49

76 von 234 getesteten Zahnzusatzversicherungen laut Finanztest „Sehr Gut“

In den vergangenen Jahren hat die Stiftung Warentest ihren Test für Zahnversicherungen etwa alle 2 Jahre überarbeitet. Nach 2018 waren wir daher etwas überrascht, dass es schon im Mai 2019 wieder so weit war.

Die Ergebnisse fallen ähnlich aus wie in den vergangenen Jahren: 76 von 234 getesteten Tarifen sind „Sehr Gut“. Stiftung Warentest nennt zudem besonders günstige Angebote.

 

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2019-02-10 16:31

Für was ist eine Zahnzusatzversicherung?

Viele Menschen fragen sich, wofür man eigentlich eine Zahnzusatzversicherung braucht. Die Antwort ist eigentlich einfach: die gesetzliche Krankenkasse bietet für Zahnersatz nur geringe Zuschüsse, die sich auf Basis der sogenannten Regelversorgung berechnen.

Wer auf eine gute Versorgung seiner Zähne Wert legt (z.B. Implantate o.Ä.) und die hohen Kosten dafür nicht selbst tragen möchte, sollte eine Zahnzusatzversicherung abschließen.

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2019-02-10 14:57

Wie viel kostet eine gute Zahnzusatzversicherung?

Eine gute Zahnversicherung kostet für junge Erwachsene ab 8 Euro im Monat. Wer älter ist oder mehr Leistungen versichern möchte, zahlt mehr. Wie viel die Versicherung genau kostet, hängt vom Alter, vom Zahnzustand und von der Qualität bzw. dem Umfang der versicherten Leistungen ab. 

Bei uns erfahren Sie, wie viel eine gute Zahnzusatzversicherung kostet.

 

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