Zahnzusatzversicherung News & Aktuelles

Das ändert sich durch die GroKo bei Gesundheit, Zahnersatz & Co

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Das plant die GroKo: Erhöhung der Festzuschüsse für Zahnersatz

Entwurf des Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD

Nach langem Ringen haben sich CDU, CSU und SPD vor wenigen Tagen auf einen vorläufigen Koalitionsvertrag einigen können. Darin sind auch Verbesserungen für verschiedene Bereiche der Gesundheitsvorsorge vorgesehen, u.a. beim Zahnersatz und in der Pflege. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten geplanten Änderungen.

 

Verbesserung der Versorgung - Abschaffung der 2-Klassen-Medizin

Eine GroKo aus SPD, CDU und CSU will sich unter Führung von Angela Merkel dafür einsetzen, dass Arzthonorare bei privat und gesetzlich Krankenversicherten künftig angeglichen werden. Das soll dem Trend hin zu einer 2-Klassen-Medizin entgegenwirken.

Dies stellt gegenüber der ursprünglichen SPD-Forderung nach einer einheitlichen Bürgerversicherung zumindest einen Kompromiss dar. Zu diesem Zweck will die Koalition eine Kommission einrichten, die überprüfen soll, ob eine einheitliche Gebührenordnung für PKV und GKV-Patienten realisiert werden kann.

Eine GroKo aus SPD, CDU und CSU will sich unter Führung von Angela Merkel dafür einsetzen, dass Arzthonorare bei privat und gesetzlich Krankenversicherten künftig angeglichen werden. Das soll dem Trend hin zu einer 2-Klassen-Medizin entgegenwirken.

Dies stellt gegenüber der ursprünglichen SPD-Forderung nach einer einheitlichen Bürgerversicherung zumindest einen Kompromiss dar. Zu diesem Zweck will die Koalition eine Kommission einrichten, die überprüfen soll, ob eine einheitliche Gebührenordnung für PKV und GKV-Patienten realisiert werden kann.

Erhöhung der Festzuschüsse für Zahnersatz ab 2021

Laut Koalitionsvertrag sollen auch die befundorientierten Festzuschüsse für Zahnersatz erhöht werden. Die Rede ist davon, den Zuschuss von 50% auf 60% zu erhöhen (jeweils basierend auf der gesetzlichen Regelversorgung).

 

4556 - Die Festschüsse für Zahnersatz werden wir von bisher auf 50 Prozent auf 60 Prozent
4557 - erhöhen

 

Unklar ist momentan jedoch, ob und wie sich das auf die derzeitigen Bonusregelungen auswirken wird. Aktuell hat der GKV-Patient die Möglichkeit, den Zahnersatz Zuschuss durch regelmäßige Teilnahme an zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen.

Wer diese Kontrollen über sein Bonusheft für die vergangenen 5 Jahre nachweisen kann, erhält heute schon 60% statt 50. Wer die regelmäßige Zahnvorsorge über mindestens 10 Jahre lückenlos belegen kann, erhält sogar bis zu 65% der Regelversorgung als Festzuschuss.

Ob sich die geplante Erhöhung der Festzuschüsse nur auf den Regelzuschuss auswirkt oder auch auf die erhöhten Bonussätze, dazu gibt es im Koalitionsvertrag keine genauen Angaben.

Die Erhöhung der Festzuschüsse für Zahnersatz tritt allerdings erst ab 1.1.2021 in Kraft - wer bis dahin Zahnersatz benötigt, muss nach wie vor mit den niedrigeren Leistungen auskommen.

Zahnzusatzversicherung auch in Zukunft sinnvoll

Wer allerdings Wert auf hochwertigen Zahnersatz legt, sollte auch unter einer neuen großen Koalition privat für seine Zähne vorsorgen. Denn die geplante Erhöhung von 10% berechnet sich nur aus den Kosten der gesetzlichen Regelversorgung.

Fehlt Ihnen beispielsweise ein kleiner Backenzahn, beträgt der derzeitige Festzuschuss 436,52 Euro. Nach der geplanten Anhebung gäbe es mit 523,82 Euro rund 80 Euro mehr - wer seinen fehlenden Zahn mit einem Implantat versorgen möchte, muss dennoch den Löwenanteil der Gesamtkosten von rund 2.000 bis 3.000 Euro selbst tragen. Der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung ist damit auch in Zukunft sinnvoll. 

Einheitliche Finanzierung der GKV durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Momentan tragen Arbeitnehmer bei der Finanzierung der Kassenbeiträge einen höheren Teil der Beiträge wie Arbeitgeber - grundsätzlich beteiligen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen an den Grundbeiträgen zur Gesetzlichen Krankenversicherung. Doch die Kassen dürfen einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern ergeben. Diesen tragen die Arbeitnehmer momentan alleine. Auf Betreiben der SPD möchte die GroKo eine Rückkehr zur Parität, d.h. der Zusatzbeitrag soll künftig auch zu gleichen Teilen unter Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufgeteilt werden.

Ob all diese Änderungen zustandekommen, hängt nun an der Zustimmung der SPD-Basis. Die SPD wird ihre 463.723 Mitglieder Anfang März darüber abstimmen lassen, ob sie in eine große Koalition mit der CDU / CSU eintreten wollen oder nicht. Falls sich die Mitglieder der SPD dagegen entscheiden, würde es wohl zu Neuwahlen kommen. Insbesondere die JUSOs stellen sich gegen eine erneute Neuauflage der großen Koalition. 


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