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Sind Zahnspangen unnötig? Kritik vom Bundesrechnungshof

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

jedes 2. Kind bekommt eine Zahnspange - viele davon sind nach Ansicht des Bundesrechnungshofes überflüssig

Zahnspangen - sinnvoll oder unnötig

Kieferorthopäden mussten in den vergangenen Tagen einiges einstecken - gar von „Abzocke“ war in der Presse (u.a. Die Welt, BILD) die Rede. Sind Zahnspangen wirklich Geldverschwendung, wie der Rechnungshof in seinem Jahresbericht 2017 zumindest andeutet? „Nein“ widersprechen Zahnärzte und Kieferorthopäden.

 

Jedes zweite Kind in Deutschland bekommt eine Zahnspange

Fast jedes zweite Kind in Deutschland bekommt mittlerweile eine Zahnspange - die Kassen übernehmen die Kosten nur bei gravierenden Fehlstellungen. Und oftmals müssen auch die Eltern noch ordentlich für Mehrleistungen dazuzahlen. Schon in der Vergangenheit gab es Zweifel an der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit kieferorthopädischer Behandlungen. Diese wurden jüngst vom Bundesrechnungshof in seinem Jahresbericht 2017 erneut aufgegriffen. Millionen von Kindern sind betroffen - etwa eine Milliarde Euro kosten die Zahnspangen-Korrekturen den gesetzlichen Krankenkassen jedes Jahr. Da wird man doch mal kritisch nachfragen dürfen.

Jedes zweite Kind in Deutschland bekommt eine Zahnspange

Fast jedes zweite Kind in Deutschland bekommt mittlerweile eine Zahnspange - die Kassen übernehmen die Kosten nur bei gravierenden Fehlstellungen. Und oftmals müssen auch die Eltern noch ordentlich für Mehrleistungen dazuzahlen. Schon in der Vergangenheit gab es Zweifel an der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit kieferorthopädischer Behandlungen. Diese wurden jüngst vom Bundesrechnungshof in seinem Jahresbericht 2017 erneut aufgegriffen. Millionen von Kindern sind betroffen - etwa eine Milliarde Euro kosten die Zahnspangen-Korrekturen den gesetzlichen Krankenkassen jedes Jahr. Da wird man doch mal kritisch nachfragen dürfen.

Fehlende wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit der KFO-Behandlung

Die Kritik des Bundesrechnungshofes richtet sich vor allem gegen die unzureichende wissenschaftliche Erforschung der KFO-Therapien. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen nur solche Therapien bezahlen, deren Nutzen hinreichend mittels Studien wissenschaftlich belegt seien. Laut Rechnungshof fehlen bislang „wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Wirkung und Nutzen“ von kieferorthopädischen Behandlungen. Der Rechnungshof fordert das Gesundheitsministerium auf, genauer zu überprüfen, in welchen Fällen eine Zahnspange für Kinder wirklich notwendig ist. „Auch im Sinne der Patienten ist zu klären, welche Leistungen zu Erfolgen führen“, so Kay Scheeler, Präsident des Bundesrechnungshofs.

Private Mehrleistungen bei Kieferorthopädie Belastung für die Eltern

Darüber hinaus kritisiert der Rechnungshof auch, dass Kieferorthopäden die Versorgung durch die gesetzliche Krankenkasse häufig als nicht mehr zeitgemäß darstellen und Eltern oft zu Selbstzahlerleistungen drängen. Laut einer Studie der DAK wird etwa bei jeder zweiten Kassenbehandlung „mehr als 1.000 Euro“ an Zuzahlung für private Mehrleistungen wie z.B. Keramikbrackets, Retainer o.Ä. fällig. Viele Kieferorthopäden bieten gemäß der DAK-Studie eine zuzahlungsfreie Behandlung gar nicht erst an. Nicht verwunderlich also, dass in Deutschland die Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen für Kinder sehr hoch ist.

Zahnärzte und Kieferorthopäden wehren sich

Bei einigen unserer europäischen Nachbarn werden Zahnspangen sehr viel seltener verordnet wie bei uns in Deutschland. In Großbritannien bekommen nur etwa zwischen 12 und 18 Prozent aller Kinder eine Zahnspange; in Schweden sind es etwa 27%.

Woran liegt es also, dass unsere Deutschen Kinder etwa doppelt bis 3 mal so häufig eine Zahnspange bekommen? Liegt es an höheren ästhetischen Anforderungen? Sind deutsche Kieferorthopäden einfach geschäftstüchtiger?

In einem Artikel der ZM-Online wehrt sich die Zahnärzteschaft. Die Kritik sei „partiell nachvollziehbar, weitgehend jedoch unverständlich“, so der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK). „Wir sind schon sehr überrascht davon, mit welcher Leichtigkeit der Bundesrechnungshof einem seit Langem etablierten Fachgebiet der Zahnheilkunde die Existenzberechtigung abspricht“, sagt Dr. Hans-Jürgen König, Bundesvorsitzender des BDK. Aus Sicht des BDK gibt es sehr wohl ausreichend Studien, die den Nutzen von KFO-Behandlungen wissenschaftlich belegen.

So widerspricht auch die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) und argumentiert, dass es Publikationen auf höchstem Evidenzniveau gebe, die etwa belegen, dass unbehandelte Fehlstellungen wie z.B. eine vergrößerte sagittale Frontzahnstufe die Wahrscheinlichkeit eines Frontzahntraumas verdoppeln könne. 

Unser Tipp: ob nun richtig oder falsch - Fakt ist, dass kieferorthopädische Behandlungen sehr teuer werden können. Eine Zahnzusatzversicherung ist daher sicherlich eine gute Überlegung. Mit unserem Rechner vergleichen Sie problemlos viele gängigen Tarife für Kinder und Erwachsene, um den passenden Tarif zu finden.

 


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