Was ist eine Zahnzusatzversicherung?

  •  Welche Leistungen bietet eine Zahnzusatzversicherung?
  •  Ich bin doch gesetzlich versichert - warum das nicht ausreicht
  •  Wozu ist eine Zahnzusatzversicherung gut?
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

& seit 2008 Experte für Zahnzusatzversicherungen

Update: aktualisiert 21.11.2025

Viele Menschen fragen sich, was eine Zahnzusatzversicherung eigentlich ist. Die Antwort ist eigentlich einfach: die gesetzliche Krankenkasse bietet für Zahnersatz nur geringe Zuschüsse, die sich auf Basis der Regelversorgung berechnen. Wer auf eine bessere Versorgung seiner Zähne Wert legt (z.B. Implantate oder ähnliches), sollte eine Zahnzusatzversicherung abschließen, wenn er die Kosten nicht selbst tragen kann oder möchte.

Zahnzusatzversicherungen gibt es mit unterschiedlichen Leistungen. Sowohl bei der Leistungshöhe und Leistungsqualität als auch beim Leistungsumfang gibt es große Unterschiede. Viele Angebote leisten nur für Zahnersatz (beispielsweise Kronen, Brücken oder Implantate). Immer mehr Tarife übernehmen auch die Kosten für Zahnbehandlungen (z.B. hochwertige Füllungen) und sinnvolle Vorbeugemaßnahmen (z.B. die professionelle Zahnreinigung).

 

Zahnzusatzversicherung - was ist das eigentlich?
  • Gesetzliche Krankenversicherung leistet nur für wirtschaftliche, ausreichende und zweckmäßige Behandlung
  • Wer eine bessere Behandlung wünscht, muss teilweise hohe Kosten privat bezahlen
  • Eine Zahnzusatzversicherung hilft, diese Kosten zu tragen
  • Tarife gibt es mit ganz unterschiedlichen Leistungen - Basis bis Vollkasko

Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind nicht ausreichend

Eine Zahnzusatzversicherung ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (abgekürzt GKV) - damit lassen sich bessere Leistungen für Zahnersatz und auch Zahnerhaltung versichern. Doch braucht man eine solche Zusatzversicherung wirklich? Reichen die Leistungen der GKV nicht aus?

Der Reihe nach: Jeder gesetzlich Versicherte (egal ob man bei der AOK, bei der TK oder einer Betriebskrankenkasse ist) hat Anspruch auf dieselben Leistungen für Zahnersatz & Zahnbehandlung.  Oft liest man, dass die gesetzliche Zahnzusatzversicherung 60, 65 oder 70 % bezahlt. Wenn man das oberflächlich so hört oder liest, könnte man meinen, dass die Leistungen der GKV eigentlich ausreichend hoch sind. Doch Vorsicht: die 60 bis 70% gibt es nur auf Basis der sogenannten Regelversorgung. Das ist nach Definition im Sozialgesetzbuch eine „ausreichende“, „wirtschaftliche“ und „zweckmäßige“ Versorgung.

Auf gut Deutsch bedeutet das: die gesetzliche Krankenkasse bezuschusst immer nur die günstigste Zahnersatzversorgung. Wer beispielsweise eine Zahnlücke im Backenzahnbereich hat, bekommt die 60 bis 70% nur auf Basis einer Brücke mit einer einfachen Metalllegierung. Eine solche Brücke kostet etwa 800 Euro - davon zahlt dann die Kasse die Hälfte. Wer regelmäßig beim Zahnarzt war und ein sogenanntes Bonusheft nachweisen kann, bekommt immerhin 65 bis 70% - aber auch nur auf Basis der 800 Euro.

Im besten Fall kommen also etwa 500 Euro Zuschuss zusammen. Eine hochwertige Brücke aus Keramik, wie sie die meisten Zahnärzte anbieten, kostet aber im Regelfall etwa 1.500 Euro. Wer sich für eine Implantat-Lösung entscheidet (damit die gesunde Zahnsubstanz der Nachbarzähne geschont wird), muss Gesamtkosten von etwa 2.500 Euro einplanen. Der Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt aber immer gleich hoch - daher nennt man ihn Festzuschuss.

Eine Zahnzusatzversicherung kann helfen, diese Kosten teilweise oder voll abzudecken! Gute Tarife gibt es für Erwachsene ab 8 Euro monatlich, bei Kindern geht es ab etwa 5-6 Euro Monatsbeitrag los (weitere Infos unter Zahnzusatzversicherung Kosten).

 

Eine Wurzelbehandlung zahlt doch die Kasse - oder nicht?

In Kundengesprächen bekommt ich oft auch die Aussage zu hören „eine Wurzelbehandlung zahlt doch die Kasse - wozu brauche ich da eine Zusatzversicherung?“. Richtig ist: die gesetzlichen Kassen zahlen durchaus in einigen Fällen eine Wurzelbehandlung. Doch auch hierfür gibt es Richtlinien.

Eine Wurzelbehandlung kann nur dann auf Kosten der GKV abgerechnet werden, wenn der Zahn „erhaltungswürdig“ ist - das ist ein Zahn aus Sicht der GKV nur, wenn er in einer geschlossenen Zahnreihe steht (es darf also links und rechts daneben kein Zahn fehlen), oder wenn durch die Behandlung ein intakter Zahnersatz (z.B. eine Krone) erhalten werden kann.

Wer eine Wurzelentzündung beispielsweise an einem endständigen Backenzahn hat, der muss den Zahn aus Sicht der gesetzlichen Krankenkasse ziehen lassen. Wer das nicht will, zahlt die Wurzelbehandlung aus eigener Tasche, und das ist nicht billig. Für so eine Behandlung kommen schnell Kosten von 1.000 Euro oder mehr zusammen.

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Dafür ist eine Zahnzusatzversicherung gut

Auch hier ist es also gut, wenn man eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hat - vorausgesetzt, man hat nicht nur Zahnersatz versichert, sondern auch Zahnbehandlungen. Solche Tarife leisten häufig auch für die professionelle Zahnreinigung. Auch diese Kosten müssen gesetzlich Versicherte selbst tragen - eine professionelle Zahnreinigung kostet im Schnitt etwa 70 bis 100 Euro.

Wer zwei mal im Jahr seine Zähne professionell reinigen lassen möchte, ist also schnell mal 200 Euro los. Wenn diese Kosten von einer Zahnzusatzversicherung übernommen werden, hat man meist schon einen netten Teil der monatlichen Beiträge wieder reingeholt - das lohnt sich also.

Ich hoffe, ich konnte in der Kürze dieses Beitrags verdeutlichen, warum eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist. Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns gerne für eine kostenlose Beratung an unter 08142 651 39 28.

FAQ – Was ist eine Zahnzusatzversicherung?

Was ist eine Zahnzusatzversicherung genau?

Eine Zahnzusatzversicherung ist eine private Zusatzversicherung für Zähne, die Kosten übernimmt, die Ihre gesetzliche Krankenkasse gar nicht oder nur teilweise zahlt. Sie ergänzt also die Leistungen der GKV und reduziert Ihren Eigenanteil bei Zahnersatz, Zahnbehandlungen, Prophylaxe oder Kieferorthopädie. Typischerweise springt die private Zahnversicherung bei hochwertigem Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Implantaten ein. Je nach Tarif können auch professionelle Zahnreinigung oder Kunststofffüllungen abgedeckt sein, sodass Sie sich nicht nur auf die einfache „Kassenlösung“ beschränken müssen.

Worin unterscheidet sich eine Zahnzusatzversicherung von der gesetzlichen Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur eine Regelversorgung, also eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Behandlung – oft mit hohem Eigenanteil für Sie. Eine Zahnzusatzversicherung stockt diese Leistungen auf und beteiligt sich zusätzlich an den Kosten für hochwertigere Materialien und moderne Behandlungsmethoden. Während die GKV nach Festzuschuss arbeitet, zahlen gute Tarife prozentuale Erstattungen auf die tatsächliche Rechnung. So können Sie sich für eine bessere Versorgung entscheiden, ohne dass die kompletten Mehrkosten allein an Ihnen hängen bleiben.

Welche Leistungen deckt eine Zahnzusatzversicherung typischerweise ab?

Die meisten Zahnzusatzversicherungen konzentrieren sich auf Zahnersatz wie Kronen, Brücken, Prothesen und Implantate. Viele moderne Tarife gehen deutlich weiter und erstatten auch hochwertige Zahnbehandlungen, zum Beispiel hochwertige Füllungen, Inlays oder Wurzelbehandlungen über das Kassenmaß hinaus. Häufig sind zudem Prophylaxe-Leistungen wie die professionelle Zahnreinigung sowie teilweise Parodontitis-Behandlungen mitversichert. Welche Leistungen konkret abgedeckt sind und in welcher Höhe, hängt stark vom gewählten Tarif ab, daher lohnt sich ein genauer Blick in die Bedingungen.

Ab wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich, sobald absehbar ist, dass in den nächsten Jahren teurere Behandlungen oder Zahnersatz anstehen können und Sie die Eigenanteile nicht einfach aus eigener Tasche zahlen möchten oder können. Idealerweise schließen Sie die Versicherung ab, solange Ihre Zähne noch halbwegs in Ordnung sind, denn dann bekommen Sie leichter guten Schutz und oft bessere Konditionen. Wer bereits mehrere Baustellen im Mund hat, findet zwar noch Tarife, muss aber häufiger mit Ausschlüssen oder Zuschlägen rechnen. Je früher Sie starten, desto eher zahlen sich regelmäßige Erstattungen und ein besseres Sicherheitsgefühl beim Zahnarzt aus.

Wie funktioniert eine Zahnzusatzversicherung in der Praxis?

Im Alltag funktioniert eine Zahnzusatzversicherung so, dass Sie zunächst Ihre Zahnarztrechnung selbst bezahlen (ggf. zahlt auch die Krankenkasse einen Anteil). Anschließend schicken Sie die Rechnung an die Zahnzusatzversicherung. Je nach Tarif und Leistung erhalten Sie dann einen prozentualen Anteil der Restkosten erstattet.

Für umfangreiche Behandlungen verlangen viele Versicherer vorab einen Heil- und Kostenplan, damit Sie genau wissen, was später übernommen wird. Wichtig ist, dass die Behandlung erst nach Versicherungsbeginn und meist nach Ablauf der Wartezeiten startet, damit ein Leistungsanspruch besteht.

Wie reiche ich Rechnungen ein und wie läuft die Kostenerstattung bei der Zahnzusatzversicherung ab?

Im Leistungsfall zahlen Sie die Zahnarztrechnung zunächst selbst und reichen die Rechnung anschließend bei Ihrer Zahnzusatzversicherung ein. Die Versicherung prüft dann, ob die Behandlung versichert ist, ob Wartezeiten und Höchstgrenzen eingehalten wurden und erstattet Ihnen den vertraglich geschuldeten Anteil direkt auf Ihr Konto.

Je nach Anbieter können Sie Rechnungen per Post, E-Mail oder bequem über eine App einreichen, indem Sie die Rechnung einfach fotografieren. Bei größeren Behandlungen ist es sinnvoll, vor Beginn einen Heil- und Kostenplan vom Zahnarzt an die Versicherung zu senden, um eine Kostenzusage zu erhalten. Eine direkte Abrechnung zwischen Zahnarzt und Versicherung ist in der Regel nicht möglich, da der Behandlungsvertrag nur zwischen Ihnen und der Praxis besteht.

Wie lange dauert die Erstattung durch die Zahnzusatzversicherung in der Praxis?

In der Praxis dauert die Erstattung durch eine Zahnzusatzversicherung häufig nur wenige Werktage bis etwa zwei Wochen, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen und keine Rückfragen nötig sind. Bei umfangreichen Behandlungen oder wenn noch Berichte vom Zahnarzt angefordert werden müssen, kann die Bearbeitung auch mehrere Wochen beanspruchen. Digitale Einreichungswege wie Kundenportal oder App beschleunigen die Prüfung oft, weil Rechnungen direkt im System landen und nicht erst per Post verarbeitet werden müssen. Sie können selbst dazu beitragen, indem Sie Rechnungen gut lesbar einreichen, Heil- und Kostenpläne beifügen und bei Unklarheiten schnell reagieren.

Wie sicher ist eine Zahnzusatzversicherung – kann der Versicherer einfach Leistungen streichen?

Grundsätzlich bietet eine Zahnzusatzversicherung vertraglich garantierte Leistungen, die ein Versicherer nicht einseitig mitten im laufenden Vertrag verschlechtern darf. Änderungen bei Beiträgen sind möglich, wenn sich die Kosten- oder Schadenlage ändert, aber der Leistungsumfang bleibt in der Regel stabil. Bei langlaufenden Verträgen ist es wichtig, auf klare, verständliche Bedingungen und eine gute Regulierungspraxis zu achten. Wenn Sie unsicher sind, hilft eine unabhängige Beratung, Tarife mit verlässlichen Bedingungen herauszufiltern.

Welche Nachteile oder Risiken kann eine Zahnzusatzversicherung haben?

Die wichtigsten Nachteile sind, dass Sie einen monatlichen Beitrag zahlen und trotzdem nicht garantiert „Gewinn“ machen, wenn Ihre Zähne lange gesund bleiben. Zudem gibt es fast immer Wartezeiten und Erstattungshöchstgrenzen (Leistungsstaffeln) in den ersten Jahren, sodass sehr hohe Kosten nicht sofort voll übernommen werden. Wer beim Abschluss bestehende Probleme verschweigt oder Gesundheitsfragen falsch beantwortet, riskiert später Ärger bis hin zur Leistungsverweigerung. Deshalb ist Ehrlichkeit beim Antrag und eine sorgfältige Tarifauswahl besonders wichtig.

Was kostet eine Zahnzusatzversicherung ungefähr?

Die Kosten einer Zahnzusatzversicherung hängen vor allem von Alter, Zahnzustand und dem gewünschten Leistungsumfang ab. Einfache Tarife mit Basisleistungen sind oft schon für einen niedrigen zweistelligen Beitrag im Monat zu bekommen, während Premiumtarife mit sehr hoher Erstattung deutlich teurer sein können. Mit zunehmendem Alter steigen Beiträge oder Einstiegstarife werden knapper, weshalb sich ein früher Abschluss häufig rechnet. Nutzen Sie am besten einen Vergleichsrechner, um grob abzuschätzen, welcher Beitrag zu Ihrem Budget und Ihrem gewünschten Schutz passt.

Welche Rolle spielen Wartezeiten und Leistungsbegrenzungen bei einer Zahnzusatzversicherung?

Wartezeiten und Leistungsbegrenzungen schützen die Versichertengemeinschaft davor, dass jemand erst kurz vor einer teuren Behandlung schnell eine Zahnzusatzversicherung abschließt. In den ersten Versicherungsjahren sind Erstattungen oft durch Summenstaffeln gedeckelt, sodass nur ein Teil der Gesamtkosten übernommen wird. Nach Ablauf möglicher Wartezeiten und Staffeln steht Ihnen der volle tarifliche Leistungsumfang zur Verfügung. Deshalb sollten Sie die Versicherung nicht erst kurz vor einer anstehenden größeren Behandlung abschließen, sondern idealerweise deutlich früher.

Kann ich eine Zahnzusatzversicherung auch abschließen, wenn bereits Zahnprobleme oder Zahnersatz vorhanden sind?

Auch mit bestehenden Zahnproblemen oder bereits eingesetztem Zahnersatz können Sie häufig noch eine Zahnzusatzversicherung abschließen, müssen aber mit Ausschlüssen oder Risikozuschlägen rechnen. Viele Versicherer versichern vorhandenen Zahnersatz ganz normal mit, unterscheiden aber bei fehlenden Zähnen oder bereits angeratenen Behandlungen. Kosten für Maßnahmen, die vor Vertragsbeginn bereits geplant oder begonnen waren, sind meistens nicht versichert. Je ehrlicher Sie Ihre Situation im Antrag schildern, desto kleiner ist das Risiko von späteren Leistungsstreitigkeiten.

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