Zahnimplantate | Kosten, Arten, Vor- & Nachteile

Autor: Brigitte Reischl - Expertin Zahnzusatzversicherung

Brigitte Reischl | Versicherungsfachwirtin

Zahnlücken sind nicht nur unschön, sondern haben auch gravierende funktionelle Nachteile – sie beeinträchtigen das Sprachvermögen und die Kaufunktion erheblich. Fehlende Zähne sollten daher ersetzt werden. Zahnimplantate bieten aus medizinischer Sicht viele Vorteile – die Kosten sind allerdings im Vergleich zu konventionellem Zahnersatz (z.B. Brücken, herausnehmbare Prothesen) deutlich höher.

In unserem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie viel wissenswertes über die verschiedenen Arten und Materialien bei Zahnimplantaten. Darüber hinaus finden Sie Informationen darüber, wie eine Behandlung mit Implantaten abläuft und von welchen Faktoren der Preis für Zahnimplantate abhängt. Lesen Sie auch, welche Kosten die gesetzliche Krankenkasse trägt und wie Sie eine Implantat-Behandlung finanzieren oder versichern können.

1.1. Was versteht man unter Zahnimplantat und Knochenaufbau

Dentale Implantate kann man sich als künstliche Zahnwurzeln vorstellen, die vom Zahnspezialisten operativ in den Kieferknochen eingebracht werden. Aufgrund ihres Aussehens, werden diese gerne mit „Dübeln“, wie sie von Handwerkern benutzt werden, verglichen. Diese künstliche Wurzel wird genau dort eingepflanzt bzw. eingesetzt, wo die ursprüngliche Zahnwurzel ihren Platz hatte.

Sofern zum Halt des Zahnimplantats nicht genügend Knochenmasse vorhanden ist, besteht die Möglichkeit eines Knochenaufbaus. Nach der Operation, die in der Regel ambulant durchgeführt wird, verwachsen Implantat und Knochen zu einem festen Verbund. Nach dieser „Einheilphase“ ist eine stabile Basis für den Zahnersatz gegeben. Das Zahnmplantat steht nun fest verwurzelt wie ein eigener Zahn im Kieferknochen. Zahnbrücken, herausnehmbarer Zahnersatz oder festsitzende Einzelkronen können sicher getragen werden.

1.2. Zahnimplantate - Vor- und Nachteile

 

  • Implantate verhindern den Kieferknochenschwund:

    Im Gegensatz zu herkömmlichen Prothesen, bei denen der Patient oft eingeschränkt ist (z.B. beim Sprachvermögen oder dem Geschmacksempfinden) bieten Zahnimplantate bzw. implantatgetragene Prothesen höchst komfortable Funktionalität.

  • Implantate bieten optimales Sprachvermögen und Funktionalität:

    Ein gesunder Kieferknochen ist wichtig für den gesamten Körper. Werden fehlende Zähne mit herkömmlichen herausnehmbaren Prothesen ersetzt, unterstützt das den natürlichen Knochenschwund am Kiefer, da die mechanische Belastung durch den natürlichen Kauprozess fehlt. Implantate beugen dem vor.

  • Implantate schonen gesunde Zahnsubstanz:

    Werden fehlende Zähne mit Brücken ersetzt, müssen dafür oftmals gesunde Nachbarzähne als Brückenpfeiler abgeschliffen werden. Mit einem Implantat kann die gesunde Zahnsubstanz der Nachbarzähne geschont werden.

  • Implantate sind nicht immer notwendig:

    Kritiker von Implantaten lassen verlauten, dass Implantate nicht immer notwendig sind und Zähne noch erhalten werden könnten. Beispielsweise übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer aufwändigen Wurzelbehandlung in vielen Fällen nicht, so dass es häufig zum Zahnverlust kommt.

  • Implantate kosten relativ viel:

    Zahnimplantate sind relativ teuer. Ein einzelnes Implantat kostet etwa zwischen 2.000 und 3.000 Euro, je nach individuellem Behandlungsaufwand. Insbesondere ein etwaiger Knochenaufbau (Sinuslift / augumentative Behandlung) ist nicht billig.

  • Implantate sind kontraindiziert bei bestimmten Vorerkrankungen:

    Nicht immer gelingt eine Implantation. Eine nicht seltene Komplikation ist z.B. die Periimplantitis, eine Entzündung im Bereich des Implantates, wo sich der Kieferknochen zurückzieht. Ausgelöst werden kann sie z.B. durch mangelnde Mundhygiene, Rauchen oder Alkoholgenuss nach der Operation

  • Implantate sind künstliche Zahnwurzeln:

    Implantate ersetzen die natürliche Zahnwurzel und sorgen damit für eine naturgetreue Nachbildung des Original-Zahnes. Die Kaukraft wird damit optimal verteilt und sorgt für ein möglichst natürliches Kauerlebnis.

Infografik: Zahnimplantate Vorteile und Nachteile
  • Implantate verhindern den Kieferknochenschwund:

    Im Gegensatz zu herkömmlichen Prothesen, bei denen der Patient oft eingeschränkt ist (z.B. beim Sprachvermögen oder dem Geschmacksempfinden) bieten Zahnimplantate bzw. implantatgetragene Prothesen höchst komfortable Funktionalität.

  • Implantate bieten optimales Sprachvermögen und Funktionalität:

    Ein gesunder Kieferknochen ist wichtig für den gesamten Körper. Werden fehlende Zähne mit herkömmlichen herausnehmbaren Prothesen ersetzt, unterstützt das den natürlichen Knochenschwund am Kiefer, da die mechanische Belastung durch den natürlichen Kauprozess fehlt. Implantate beugen dem vor.

  • Implantate schonen gesunde Zahnsubstanz:

    Werden fehlende Zähne mit Brücken ersetzt, müssen dafür oftmals gesunde Nachbarzähne als Brückenpfeiler abgeschliffen werden. Mit einem Implantat kann die gesunde Zahnsubstanz der Nachbarzähne geschont werden.

  • Implantate sind nicht immer notwendig:

    Kritiker von Implantaten lassen verlauten, dass Implantate nicht immer notwendig sind und Zähne noch erhalten werden könnten. Beispielsweise übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer aufwändigen Wurzelbehandlung in vielen Fällen nicht, so dass es häufig zum Zahnverlust kommt.

  • Implantate kosten relativ viel:

    Zahnimplantate sind relativ teuer. Ein einzelnes Implantat kostet etwa zwischen 2.000 und 3.000 Euro, je nach individuellem Behandlungsaufwand. Insbesondere ein etwaiger Knochenaufbau (Sinuslift / augumentative Behandlung) ist nicht billig.

  • Implantate sind kontraindiziert bei bestimmten Vorerkrankungen:

    Nicht immer gelingt eine Implantation. Eine nicht seltene Komplikation ist z.B. die Periimplantitis, eine Entzündung im Bereich des Implantates, wo sich der Kieferknochen zurückzieht. Ausgelöst werden kann sie z.B. durch mangelnde Mundhygiene, Rauchen oder Alkoholgenuss nach der Operation

  • Implantate sind künstliche Zahnwurzeln:

    Implantate ersetzen die natürliche Zahnwurzel und sorgen damit für eine naturgetreue Nachbildung des Original-Zahnes. Die Kaukraft wird damit optimal verteilt und sorgt für ein möglichst natürliches Kauerlebnis.

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1.3. Wie ist ein Zahnimplantat aufgebaut?

Aufbau eines mehrteiligen Zahnimplantats mit Titankörper

Ein Zahnimplantat besteht in der Regel aus drei Komponenten (zwei- bzw. mehrteiliges Implantatsystem). Dem Implantatkörper, dem Aufbau (Abutment/Bindeglied) und der Zahnkrone.

Dabei bildet der Implantatkörper die künstliche Zahnwurzel, die operativ in den Kieferknochen eingebracht wird. Als Fundament für den späteren Zahnersatz (Suprakonstruktion) hat er meist eine zylindrische oder zahnwurzelähnliche Form und wird über ein Gewinde im Knochen des Ober- oder Unterkiefers verankert. Nach einer Einheilungsphase kann dann der Implantataufbau und die Implantatkrone eingesetzt werden.

Bei einteiligen Implantatsystemen sind Abutment (Bindeglied) und Implantatkörper aus einem Stück gefertigt. Bei dieser Variante ragt das Abutment während der Einheilung aus dem Zahnfleisch heraus. Weil sich dadurch die Gefahr einer zu starken vorzeitigen Belastung und einer dementsprechend negativen Auswirkung auf den Einheilungsprozess erhöht, haben sich inzwischen zwei- bzw. mehrteilige Implantatsysteme gegenüber den einteiligen durchgesetzt.

1.4. Welche Zahnimplantatformen gibt es?

Meistens haben Zahnimplantate eine Schraubenform, die sich in Breite, Länge und Gewindeprofil sowie der Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden. Normale Dentalimplantate sind in der Regel 10mm lang, kurze Implantate liegen darunter. Ultrakurze Zahnimplantate liegen sogar bei unter 6mm Länge.

So findet sich für jedes Gebiss das passende Modell!

Früher wurden noch Blattimplantate, Basal- oder Discimplantate sowie Nadelimplantate eingesetzt, die heute aber kaum noch zum Einsatz kommen.

Schraubenimplantate

Am häufigsten eingesetzt werden Schraubenimplantate mit einem selbstschneidendem oder einem vorzuschneidendem Gewinde.

Zahnimplantate mit selbstschneidendem Gewinde haben den Vorteil, dass sie ohne vorherige Lochfräsung in den Kieferknochen eingedreht werden können.

So gewinnen Sie mehr Stabilität und machen den Eingriff noch schonender.

Hohlzylinderimplantate

Hohlzylinderimplantate haben kein Gewinde. Sie werden mit leichten Klopfbewegungen (Presspassung) in den Kieferknochen „geschlagen“. Dafür muss der Zahnarzt zunächst einen Hohlraum in Normgröße schaffen.

Vorteilhaft bei dieser Implantatform ist die relativ große Kontaktfläche zum Knochen. So erreicht sie trotz einer kurzen Gewindeform ihre Stabilität. Jedoch wird der Knochenanteil im Inneren des Zylinders weniger gut durchblutet als z. B. bei Schraubenimplantaten, weshalb das Hohlzylinderimplantat nur in bestimmten Fällen die bessere Wahl darstellt.

1.5. Wie sieht die Oberfläche eines Zahnimplantates aus?

Oberfläche eines Zahnimplantates in Nahaufnahme
Oberflächenstruktur Implantat (zum Vergrößern Bild anklicken)

Da die Außenfläche des Implantatkörpers einen wesentlichen Einfluss auf die Einheilung, die Stabilität und die Haltbarkeit eines Zahnimplantates hat, arbeiten die Hersteller seit Jahren an der optimalen Oberfläche.

So soll die Anlagerung von Knochen erleichtert und der dauerhafte Verbund begünstigt werden. Eine aufgeraute Oberfläche hat sich dabei etabliert.

Das geschieht heute meist mittels verätzen, sandstrahlen oder mit Titan bestrahlen.

1.6. Welche Zahnimplantatarten gibt es?

Die Herausforderungen denen sich Zahnärzte zu stellen haben sind vielfältig, wenn sie ein Implantat setzen sollen.

Jeder Patient bringt eine andere Grundvoraussetzung mit, weshalb es verschiedene Lösungen gibt:

 

Schnell- oder auch Sofort-Implantate

Schnell- oder auch Sofort-Implantate werden unmittelbar nach der Entfernung des Zahnes in den Kieferknochen eingesetzt und mit Zahnersatz versorgt. Das spart viel Zeit, setzt allerdings eine äußerst präzise Planung sowie einen fertig präparierten Zahnersatz voraus. Sie eignen sich allerdings nur für Patienten, die ein gesundes und ausreichendes Knochenangebot vorweisen.

 

Mini-Implantate

Mini-Implantate werden dann eingesetzt, wenn der Kieferknochen deutlich abgebaut und deshalb zu schmal ist, um Schraubenimplantate mit normalem Durchmesser einzusetzen. Die einteilig aufgebauten Implantate verfügen über einen kleineren Durchmesser und sind kürzer als herkömmliche Modelle. Sie sind vor allem geeignet, um Prothesen eine stabilere Verankerung sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer zu bieten.

 

Kurze Implantate

Kurze Zahnimplantate wurden lange Zeit nur als Unterstützungsimplantat oder für kleine, kurze Zähne oder im Einzelfall auch bei zu wenig Knochenangebot eingesetzt. Oftmals besteht mit Kurz-Implantaten die Möglichkeit einen Knochenaufbau zu umgehen. Der Eingriff ist so weniger belastend und spart Kosten.

 

Ultrakurze Implantate

Zurückhaltender sind einige Implantologen bei den ultrakurzen Implantaten (6mm Länge und darunter). Sie befürchten, dass bereits ein geringer Knochenabbau den Halt der Zahnimplantate gefährden könnte. Durch den großen Durchmesser sind die sehr kurzen Implantate allerdings unter Umständen gut geeignet, wenn z. B. im Seitenzahnbereich des Ober- oder Unterkiefers nur wenig Knochenangebot vorhanden ist.

 

Kipp-Implantate

Unter Kipp-Implantaten versteht man schmale, abgeschrägte Zahnimplantate. Auch sie finden ihren Einsatz bei einem kleinen Knochenangebot; ein Knochenaufbau kann so vermieden werden.

 

Konische Implantate

Konische Zahnimplantate werden in der Regel als Schraubenimplantate bei Einzelzahn-Schaltlücken der Schneidezähne im Unterkiefer und der seitlichen Schneidezähne im Oberkiefer (z. B. bei Nichtanlage) verwendet. Sie sind auch bei frischen Extraktionsalveolen (Alveole=Zahnfach, Teil des Kieferknochens) oder bei weichem Knochen geeignet.

 

Interimsimplantat

Ein Interimsimplantat ist ein sehr dünnes bzw. schmales dentales Implantat (1,5-2 mm). Es verbleibt lediglich während der Einheilzeit der dauerhaften Zahnimplantate im Knochen. Auf ihm kann der feste provisorischen Zahnersatz verankert werden und ermöglicht so einen höheren Komfort als ein herausnehmbarer provisorischer Zahnersatz.

 

Zygoma-Implantate

Speziell für den Oberkiefer wurden die, im Vergleich zu herkömmlichen Zahnimplantaten, wesentlich längeren Zygoma-Implantate (3-5,5 cm) entwickelt. Diese speziellen Implantate eignen sich besonders gut für ältere Menschen, die entweder einen sehr geringen Restzahnbestand oder auch gar keine Zähne mehr im Oberkiefer vorweisen.

Auch langjährige Prothesenträger kommen für die Verwendung dieser Dentalimplantate in Frage, da auch hier der Knochenschwund meist weit fortgeschritten ist. Zygoma-Implatate werden in einem Winkel von 45 Grad im seitlichen Jochbein verankert. Das Jochbein besitzt auch im Alter noch eine dichte Knochenstrukur und verspricht daher eine besonders gute Stabilität.

 

All-on-4 Implantate

Als All-on-4 Implantate bezeichnet man ein Behandlungskonzept, bei dem lediglich vier Zahnimplantate in den Kiefer eingesetzt werden. Diese kosteneffiziente Lösung ohne Augmentation (Knochenaufbau) bietet Patienten eine festsitzende Versorgung eines vollständigen Zahnbogens am Tag des Eingriffs. Um eine ausreichende Belastbarkeit sicherzustellen, werden die beiden hinten liegenden Implantate etwas schräg versetzt in den Kieferbogen eingesetzt.

 

1.7. Welche Materialien werden für Implantate verwendet?

Viele Faktoren tragen dazu bei, dass ein Zahnimplantat gut im Knochen einheilt und langfristig erfolgreich ist. Das gewählte Material gehört hier ebenfalls dazu, um die Gefahr allergischer oder gar abstoßender Reaktionen zu vermeiden. Meist werden deshalb gut verträgliche, biokompatible Materialen mit hoher Festigkeit gewählt, die fest mit dem umliegenden Gewebe und Knochen verwachsen.

Seit mehreren Jahrzehnten hat sich dabei der Werkstoff Titan in seiner Reinform als ungeschlagener Sieger gehalten. Ebenfalls gut verträglich sind Implantate aus Keramik. Diese punkten insbesondere aufgrund ihrer besonderen Ästhetik. Möglich ist aber auch eine Verbindung aus beiden Materialien, indem der Werkstoff Titan mit Zirkonium ergänzt wird (85% Titan, 15% Zirkonium).

Welches Material jeweils am geeignetsten ist, kann der behandelnde Implantologe aufgrund seiner Erfahrung am besten einschätzen.

 

Titanimplantate

Zahnimplantat aus Titan mit Zahnkrone aus Keramik

Vorteile:

  • Sehr hohe Biokompatbilität und hervorragende Gewebeverträglichkeit
  • Keine Allergien, keine Abstoßungsreaktion
  • Hohe Stabilität und extrem belastbar, bruchfest und langlebig
  • Kurze Einheilungszeit

Nachteile:

  • Patienten mit chronischen Vorerkrankungen wie Allergien, Diabetes, Rheuma oder Stoffwechselerkrankungen legen oft Wert auf metallfreie Werkstoffe
Keramikimplantate

Dentales Implantat aus Keramik

Vorteile:

  • Biologisch sehr gut verträglich
  • Metallfreie Alternative für Allergiker
  • Hohe Biegefestigkeit und Härte
  • Farbgebung entspricht der natürlichen Zähne

Nachteile:

  • Noch wenig Erfahrungen zur Langlebigkeit
  • Längere Einheilung als bei Titanimplantaten (Keramik 24 Wochen, Titan 6 - 12 Wochen)
  • Bei einteiligen Keramikimplantaten muss das Implantat durch spezielle Maßnahmen mehrere Wochen geschützt werden.
  • Evtl. notwendiges Beschleifen kann das Risiko einer Beschädigung mit sich bringen.
Titan/Keramikimplantate

Vorteile:

  • Sehr hohe Biokompatbilität und hervorragende Gewebeverträglichkeit
  • Keine Allergien, keine Abstoßungsreaktion
  • Hohe Stabilität und extrem belastbar, bruchfest und langlebig
  • Kurze Einheilungszeit

Nachteile:

  • Patienten mit chronischen Vorerkrankungen wie Allergien, Diabetes, Rheuma oder Stoffwechselerkrankungen legen oft Wert auf metallfreie Werkstoffe
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2.1. Was versteht man unter Knochenaufbau bzw. Sinuslift?

Fehlt ein Zahn, baut sich der Kieferknochen nach und nach ab. Der Zahnarzt spricht dann von einer Atrophie (Knochenabbau). In diesem Fall kann es sein, dass die Zahnimplantate keinen ausreichenden Halt mehr haben und „rausfallen“.

Unterschreitet deshalb der Kieferknochen in seiner Breite und Höhe eine bestimmte Grenze, muss meist ein Knochenaufbau durchgeführt werden. So wird gewährleistet, dass die Zahnimplantate halten und der Kiefer wieder auf gleichmäßiger Höhe verläuft.

2.2 Wie läuft der Knochenaufbau ab?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den Knochenaufbau vorzunehmen. Diese hängen von der persönlichen Situation, dem Patientenwunsch und der medizinischen Machbarkeit ab. So kann es sein, dass der Kiefer zu schmal oder auch zu niedrig ist. Zudem kommt es darauf an, an welcher Stelle im Mund (Ober- oder Unterkiefer, Front- oder Seitenzahnbereich) das Knochendefizit vorliegt.

In den meisten Fällen wird an der betreffenden Stelle das mit Eigenblut vermischte Knochenersatzmaterial eingebracht, mit einer Membran (dünnes Häutchen aus körpereigenen Proteinen und Lipiden) abgedeckt und vernäht. Nach einer mehrmonatigen Einheilzeit kann implantiert werden. Unter Umständen ist es aber auch möglich, das Zahnimplantat direkt zusammen mit dem Knochenersatzmaterial in den Kiefer einzubringen.

2.3. Mit welchen Verfahren wird der Knochenaufbau durchgeführt?

 

Knochenspreizung (Bone Spreading):

Ist der Kieferknochen zu schmal, wird dieser mit speziellen Techniken gespalten und vorsichtig geweitet.

Knochenspaltung (Bone Splitting):

Dabei wird der Kieferknochen zunächst gespalten und dann zusätzlich gespreizt.
Das Bone Spreading/Bone Splitting eignet sich allerdings nicht für den härteren, weniger elastischen Unterkiefer.

Socket Preservation:

Dieses Verfahren wird angewandt, um nach einer Extraktion den Verlust von Knochengewebe zu unterbinden. Dabei wird die Knochenhöhle, in der zuvor der extrahierte Zahn gestanden hat, mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

Sinuslift (Sinusbodenelevation):

Häufig ist im Seitenzahnbereich des Oberkiefers nicht genug Knochen vorhanden, um ein oder mehrere ausreichend lange Zahnimplantate zu verankern. Mit dem Sinuslift-Verfahren wird der Boden der Kieferhöhle (Sinus) angehoben, um so die Knochenhöhle zu erweitern.

Möglich ist der Eingriff entweder durch ein seitliches Fenster im Kieferknochen selbst (interner Sinuslift) oder direkt durch das Implantatbohrloch (externer Sinuslift).

 

2.4. Welches Material wird für einen Knochenaufbau benutzt?

Alloplastisches Material

Künstliches, industriell hergestelltes Knochenersatzmaterial - Dieses ist dem menschlichen Knochengewebe nachempfunden und wird als Granulat eingebracht.

Xenogenes Material

Tierisches Material - Das bekannteste xenogene Material ist Bio-Oss der Firma Geistlich Biomaterials, das aus Rinderknochen hergestellt wird.

Autogenes Material

Verpflanzung von Eigenknochen - Dieses wird z. B. aus dem Kiefer, dem Kinn oder dem Beckenkamm gewonnen.

Allogenes Material

Verpflanzung von Fremdknochen - Bei der Verwendung von menschlichen Fremdknochen als Material für Knochenaufbau fallen höhere Kosten an. Zudem ist ein geringes Restrisiko für die Übertragung von Krankheiten sowie eine Immunreaktion nicht auszuschließen.

2.5. Welche Risiken bestehen beim Knochenaufbau für ein Implantat?

Beim Knochenaufbau bestehen kaum Risiken, er wird in der Regel sehr gut vertragen. Allerdings besteht hier, wie bei allen medizinischen Eingriffen ein Restrisiko, was das Auftreten von Entzündungen, Infektionen und die Wundheilungsstörung betrifft.

Bei manch einem Patienten verwächst das Knochenersatzmaterial nicht richtig mit dem natürlichen Knochen und muss schlimmstenfalls wieder entfernt werden. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch äußerst gering.

Es kann auch vorkommen, dass die Membran, die im Oberkiefer die Nasen- und Kieferhöhle voneinander trennt, verletzt wird.

Oder aber auch, dass der Unterkiefer- und Zungennerv verletzt wird. In diesem Fall kann dann ein vorübergehendes Taubheitsgefühl eintreten. Sehr selten bleibt das dauerhaft.

 

3.1. So viel kosten die unterschiedlichen Zahnimplantate

Wie hoch der Preis eines Zahnersatzes auf Implantaten tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

 
Entscheidend ist:
  • Wie viele Zahnimplantate gesetzt werden
  • Welches Material dabei verwendet wird
  • Wie umfangreich sich die Vorbereitung gestaltet
  • Was für ein Implantataufbau gewählt wird
  • Wie hoch die Zahnarzt- und Laborkosten sind.
 

Kosten aufgeschlüsselt nach Art der Implantate

Implantat-Art:

Kosten:

Einzelzahnimplantat im Frontzahnbereich

ca. 1.500 - 3000 €

Einzelzahnimplantat im Backenzahnbereich

ca. 1.200 - 2.500 €

Implantatbrücke (i-b-i)

ca. 3.600 - 4.800 €

Herausnehmbar auf 2 Implantaten

ca. 3.600  - 4.500 €

Herausnehmbar auf 4 Implantaten

ca. 7.500 - 13.000 €

All on 4 Implantate

ca. 8.000 - 15.000 €

Feste Brücke (zahnlos) auf 6 – 8 Implantaten

ab ca. 15.000 €

3.2. Wie viel kostet der Knochenaufbau?

Ein Knochenaufbau verteuert die Zahnimplantatbehandlung und wird i. d. R. nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Je nach Knochenaufbaumaßnahme und Aufwand können die Kosten hierbei stark variieren:

 

Kostenaufstellung für den Knochenaufbau

 

Kosten:

Knochenspäne/Knochenersatzmaterial

ca. 60 - 300 €

Knochenblock-Transplantat

ca. 350 - 750 €

interner Sinuslift

ca. 300 - 550 €

externer Sinuslift

ca. 600 - 1.200 €

Bone Splitting/Spreading

ca. 1.000 - 1.500 €

Beckenkammtransplantat (incl. Krankenhausaufenthalt)

ca. 5.000 €

3.3. So viel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse!

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich grundsätzlich nicht an den Zahnimplantaten selbst, sondern gewähren lediglich einen Zuschuss für den fertigen Zahnersatz.

Welche Zuschüsse die Krankenkasse zahlt, richtet sich nach dem individuellen zahnmedizinischen Befund, der den Zustand des gesamten Gebisses berücksichtigt. Dabei wird jedem Befund eine „ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche“ Regelversorgung hinterlegt, für die ein jährlich angepasster Betrag ausgewiesen wird, der sogenannte Festzuschuss.

Dieser Festzuschuss deckt 60% bis 75% der Durchschnittskosten der Regelversorgung ab und gilt unabhängig davon, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse Sie versichert sind. Ihr Eigenanteil für den fertigen Zahnersatz bleibt also gleich, egal ob Sie bei der Barmer, DAK oder einer anderen gesetzlichen Krankenkasse versichert sind.

 

Wichtiger Hinweis: die gesetzliche Kasse übernimmt nicht (!) pauschal 60% - 75% der wirklich entstehenden Kosten – die anteilige Kostenübernahme kann in den meisten Fällen deutlich niedriger ausfallen, weil im Regelfall nicht nur die günstige Regelversorgung mit Nichtedelmetall durchgeführt wird, sondern hochwertigere Materialien verwendet werden.

Mithilfe eines Bonusheftes ist es möglich, den Festzuschuss auf 70% (5 Jahre lückenlos) bzw. 75% (10 Jahre lückenlos) zu erhöhen.

Für Patienten mit geringem Einkommen gibt es eine Härtefallregelung: Sie erhalten den doppelten (Grund-)Festzuschuss, mindestens aber die Kosten für die Regelversorgung.

Die aktuellen Festzuschüsse finden Sie bei der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zum Download.

Die gesetzlichen Versicherungen beteiligen sich nicht an Zahnimplantaten...

...sondern gewähren lediglich einen Zuschuss für den fertigen Zahnersatz.

Die Beteiligung der gesetzlichen Krankenkassen für den fertigen Zahnersatz, wird NICHT (!) pauschal mit 60 %, 70% bzw. 75% der wirklich entstehenden Kosten bezuschusst!

Die anteilige Kostenübernahme kann in den meisten Fällen deutlich niedriger ausfallen!

3.4. Wie hoch ist der Eigenanteil für Zahnimplantate?

Ein gutes Beispiel ist die Versorgung des Seitenzahnbereichs mit einem Einzel-Implantat samt hochwertiger Keramikkrone:

 
Infografik der Kosten für ein einzelnes Zahnimplantat
Der Eigenanteil für ein Zahnimplantat ist nicht unerheblich, wie unser Beispiel zeigt!
 

 

Im Normalfall erhalten Sie einen Zuschuss zum fertigen Zahnersatz (nicht für das Implantat!) von 60%.

Durch den Nachweis eines Bonusheftes, lässt sich der Zuschuss erhöhen:

  • Wurde das Bonusheft 5 Jahre lückenlos geführt, beträgt der Zuschuss 70%.
  • Wurde das Bonusheft 10 Jahre lückenlos geführt, erhöht sich der Zuschuss auf 75%.

Je nach Art der gewählten Versorgung (abweichend von der Regelversorgung) können hier allerdings deutlich höhere Gesamtkosten entstehen. 

Mit dem einer Abschluss einer Zahnzusatzversicherung lässt sich der Eigenanteil, durch eine entsprechende Absicherung, auf bis zu 0,00 EUR reduzieren

3.5. Welche Kosten übernimmt eine Zahnzusatzversicherung für Zahnimplantate?

Die Kosten für Zahnimplantate können sehr teuer werden! Selbst die Kosten für ein einzelnes Zahnimplantat können mit bis zu 3.000 Euro bereits ein großes Loch in Ihren Geldbeutel reißen! Werden mehrere Zahnimplantate benötigt, kommen schnell Summen im höheren fünfstelligen Bereich zusammen.

Mit einer Zahnzusatzversicherung können Sie sich die bestmögliche Versorgung sichern und sich vor hohen Behandlungskosten schützen. Eine gute Zahnzusatzversicherung übernimmt bis zu 100% der Kosten für Zahnimplantate. Je nach Bedarf und Situation gibt es selbstverständlich auch günstigere Angebote mit niedrigeren Leistungen.

Speziell in Hinblick auf Zahnimplantate sollte man beim Abschluss einer Versicherung genau hinschauen. Viele Anbieter begrenzen die Leistungen für Implantate in den Versicherungsbedingungen mit verschiedenen Klauseln.

Du weißt schon, dass du ein Zahnimplantat brauchst und fragst dich, ob du das noch versichern kannst?

Die Antwort findest du in unserem Video:

 

Wenn Sie eine gute Versicherung für die Absicherung von Zahnimplantaten suchen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • eine gute Zahnzusatzversicherung sollte mindestens 50% der Kosten für Zahnimplantate übernehmen
  • Zahnimplantate sollten nicht auf eine bestimmte Anzahl je Kiefer begrenzt sein
  • die Kostenübernahme sollte auch nicht nur auf 1 oder 2 Implantate pro Jahr begrenzt sein
  • die Leistung sollte nicht auf eine bestimmte Summe (z.B. maximal 1.000 Euro) je Implantat begrenzt sein
  • Material- und Laborkosten sollten nicht durch eine Sachkostenliste (auch Materialverzeichnis genannt) beschränkt sein

 

Weite Infos zur Absicherung von Zahnimplantaten finden Sie unter: Zahnzusatzversicherung Implantate

 

 

 

Maximilian Waizmann
Experten-Tipp

» Implantate können sehr teuer werden - gerade wenn man mehrere benötigt. Am besten schließen Sie rechtzeitig eine gute Zahnzusatzversicherung ab, um diese Kosten abzusichern. Doch auch wenn Sie schon 1, 2 oder 3 fehlende Zähne haben, ist es unter Umständen noch nicht zu spät für eine Zahnzusatzversicherung, die für Implantate leistet - allerdings brauchen Sie in diesem Fall eine Zahnzusatzversicherung mit Sofortleistung!

Wir helfen Ihnen gerne, die passende Zahnzusatzversicherung zu finden. Gemeinsam finden wir den besten Tarif für Sie und Ihre aktuelle Situation! Rufen Sie uns gerne unter 08142 651 39 28 an und lassen Sie sich kostenlos beraten! «

M. Waizmann

 

 

 

 

 

Kapitel 4: Behandlungsablauf bei Zahnimplantaten

In diesem Teil befassen wir uns mit den einzelnen Behandlungsschritten

Oftmals ist eine Implantation die beste Lösung einen oder mehrere fehlenden Zähne zu ersetzen.

Doch wie genau läuft der Eingriff eigentlich ab? Wie lange dauert es, bis die Behandlung abgeschlossen ist?

Schritt 1: Vorbesprechung beim Zahnarzt

Steht fest, dass ein oder mehrere fehlende Zähne ersetzt werden sollen, wird Ihr Zahnarzt zunächst die verschiedenen Möglichkeiten der Versorgung mit Ihnen besprechen und Ihnen erläutern, wie viele Implantate Sie brauchen. ein wichtiger Schritt.

Schritt 2: Voruntersuchung und Implantatplanung

In diesem Schritt geht es darum, zu überprüfen, ob Sie grundsätzlich für ein Implantat geeignet sind, ob bei Ihnen Entzündungen vorliegen und genug Knochenangebot zum Setzen der Implantate vorhanden ist.

Sofern eine Entzündung vorliegt, muss diese zunächst behandelt werden. Falls nicht genügend Knochen da ist, wird vermutlich ein Knochenaufbau durchgeführt werden müssen.

Für die perfekte Planung, die als wichtigste Voraussetzung für den Behandlungserfolg gilt, werden heute meist computergestützte Verfahren, wie die 3D-Implantationsdiagsnostik und die strahlungsarme digitale Volumentomografie (DVT) eingesetzt. Diese ermöglichen eine präzise Aufnahme der noch vorhandenen Zähne, des Kieferknochens, des Weichgewebes und den genauen Verlauf von Nervenbahnen und Blutgefäßen.

Anhand dieser Planung erstellt der Zahnarzt/Implantologe einen schriftlichen Heil– und Kostenplan.

Dieser Kostenvoranschlag, den Sie der gesetzlichen Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen, gibt in der Regel auch Auskunft darüber, mit welchem Festzuschuss Sie als Patient rechnen können und wie hoch der für ihn zu tragende Eigenanteil ist.

Schritt 3: Setzen des Implantates

Zahnimplantate können in der Regel sehr gut unter örtlicher Betäubung in den Kiefer eingesetzt werden. Bei medizinsicher Notwendigkeit (z. B. bei schweren Angststörungen) oder auch auf Wunsch des Patienten ist es aber auch möglich, den Eingriff unter Vollnarkose durchführen zu lassen.

Der Eingriff selbst erfolgt in der Regel in 4 Schritten:

  1. Zunächst wird die Schleimhaut eröffnet.

  2. Im Anschluß schraubt der Behandler die Implantatschraube in den Kiefer.

  3. Für die Dauer der Einheilzeit wird das Implantat im nächsten Schritt mit einer Verschlussschraube abgedeckt.

  4. Anschließend wird die Wunde wieder vernäht.

Schritt 4: Vorbereitung und Eingliederung des endgültigen Zahnersatzes (Suprakonstruktion):

In den meisten Fällen muss das Implantat nach dem Eingriff einheilen – dieser Prozess dauert je nach Aufwand und Schwierigkeit der Implantation drei bis sechs Monate. Während dieser Zeit heilt das Implantat unterhalb des Zahnfleisches ein, um dann in einem weiteren Eingriff wieder freigelegt zu werden. Anschließend wird ein kleines Verbindungselement (Abutment) in das Implantat eingeschraubt, auf denen Ihre neuen Zähne "unsichtbar" fixiert werden können.

Wenn auch diese Phase abgeschlossen ist, beginnt die schrittweise prothetische Versorgung (Abdrucknahme, Einpassung, endgültige Eingliederung des Zahnersatzes).

 

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Kapitel 5: Welche Risiken und Komplikationen sind bei einer Implantation möglich?

Um die Erfolgsaussichten für ein Implantat zu erhöhen und die Risiken und Komplikationen so gering wie möglich zu halten, ist neben dem Zahnstatus eine Erhebung der allgemeinen Krankengeschichte notwendig.

Gegen den Einsatz eines Implantates könnten folgende Risikofaktoren sprechen
  • Herz-Kreislauf- und Bluterkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Knochenleiden

Da sich andere Risikofaktoren, wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes in der Regel gut mit Medikamenten einstellen lassen, können meist auch diese Patienten gut mit Implantaten versorgt werden.

Da es bei Rauchern während der Einheilung häufiger zu Komplikationen kommt, oder das Implantat des Öfteren nicht mit dem Knochen verwachsen will, kann Nikotinkonsum durchaus als Kontraindikation betrachtet werden. Aber auch die Haltbarkeit von Implantaten ist bei Nichtrauchern doppelt so hoch wie bei Rauchern.

Auch wenn die Implantation heutzutage eine sichere Behandlungsmethode darstellt, sind operative Eingriffe generell mit Risiken verbunden.

Während der Implantation

Zu den wichtigsten Risiken während einer Implantation zählen:

 

  • Blutungen
  • Verletzung des Unterkiefernervs
  • Verletzung der Zähne
  • Verletzung der Zahnwurzeln
  • Verletzung der Weichteile
  • Unterkieferbruch
Nach der Implantation

Unmittelbar nach einer Implantation kann es zu folgenden Frühkomplikationen kommen:

  • Schmerzen
  • Blutergüssen
  • Schwellungen
  • Blutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Wundinfektionen
  • Periimplantitis
Spätkomplikationen

Auch nach einer längeren Zeit sind noch folgende Spätkomplikationen möglich:

  • Bruch des Implantats*
  • Bruch der Verbindungsschrauben
  • Lockerung der Verbindungsschrauben
  • Natürlicher Verschleiß
  • Periimplantitis


*z. B. durch Materialermüdung

Bei der Periimplantitis handelt es sich um eine fortgeschrittene Entzündung des Zahnfleisches. Diese kann sich tief in den Kieferknochen ausbreiten und unbehandelt zum Verlust des Zahnimplantates führen.

Näheres zur Periimplantitis, wie z. B. Häufigkeit und Risikofaktoren erfahren Sie in der Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Implantologie im Zahn-,Mund- und Kieferbereich e.V. .

 

Kapitel 6: Voraussetzungen für den dauerhaften Erfolg von Implantaten

Tipps gegen Implantatverlust:

  1. 2x Mal täglich gründlich Zähne putzen!
  2. Regelmäßige Zungenreinigung durchführen!
  3. Zahnseide und Interdentalbürsten nutzen, um Speisereste aus den Zwischenräumen zu entfernen!
  4. Regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen!
  5. Implantate regelmäßig kontrollieren lassen!

 

 

Eine perfekte Mundhygiene ist Grundvoraussetzung für den dauerhaften Behandlungserfolg.

 

Geschieht das nicht, ist die Gefahr eines Implantatverlustes von vornherein gegeben.

 

Kapitel 7: Sind Implantate aus dem Ausland (z.B. Osteuropa) eine günstige Alternative?

Wenn Ersatz für verloren gegangene Zähne her muss, sehen viele Patienten hohe Kosten auf sich zukommen. Soll der Zahnersatz wegen der preislichen Unterschiede im Ausland (z. B. Ungarn, Österreich) gefertigt werden, muss auch nicht in jedem Fall schlecht sein. Niedrigere Preise bedeuten nicht zwangsläufig, dass hier schlechter gearbeitet wird.

Zur Qualität von Zahnersatzversorgungen aus den angrenzenden EU-Staaten gebt es jedoch kaum verlässliche Untersuchungen.

Gerade Implantate setzen eine optimale Vorbehandlung und eine genaue Planung voraus. Denn nicht jeder Patient ist gleichermaßen für eine Implantation geeignet. Da auch jeder Kiefer anders ist, sollte die Bohrung und das Setzen der Implantate möglichst individuell geplant werden.

Ebenso wichtig wie eine gute Implantat-Planung ist eine regelmäßige Nachsorge und Kontrolle. Diese gestaltet sich bei der Implantat-Behandlung im Ausland aufgrund der Entfernung oftmals schwierig. Deshalb gilt es die Vor- und Nachteile genau gegeneinander abzuwägen.

Vorteile: Zahnimplantat aus dem Ausland

  1. Günstigere Behandlungsmöglichkeiten als in Deutschland
  2. Auch im Ausland lassen sich deutschsprachige Zahnärzte und Zahnkliniken finden, die nach deutschen Behandlungsstandards arbeiten

Nachteile: Zahnimplantat aus dem Ausland

  • Extrakosten durch Anfahrts- oder Übernachtungskosten. Bei Brücken reicht ein Behandlungstermin nicht aus.
  • Behandler spricht unter Umständen kein perfektes Deutsch, was zu Verständigungsproblemen und Missverständnissen führen kann.
  • Mögliche Einsparungen beim Material können zu Abstoßungsreaktionen (bei Implantaten problematisch) führen
  • Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Ansprüche können nur in dem Land durchgesetzt werden, in dem die Behandlung durchgeführt wurde
  • Ein deutscher Zahnarzt wird unter Umständen die Nachbehandlung verweigern

Quellen:

Festzuschussbeträge der KZBV:
https://www.kzbv.de/festzuschussbetraege-2019.662.de.html

Pressemitteilung zu Periimplantitis - DGI:
https://www.dginet.de/documents/10164/231607/PM+SCHWARZ_DERKS.pdf

 

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