Zahnkrone | Kosten, Arten, Vor- & Nachteile

Autor: Brigitte Reischl - Expertin Zahnzusatzversicherung

Brigitte Reischl | Versicherungsfachwirtin

Spricht man im Zusammenhang mit Zahnersatz von einer Krone, dann ist damit die Überkronung der natürlichen, stark beschädigten Zahnkrone gemeint. Unter natürlicher Zahnkrone versteht man den äußerlich sichtbaren Teil des Zahnes, der aus dem Zahnfleisch herausragt.

In unserem Ratgeber möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick über die Kosten, die unterschiedlichen Kronenarten sowie den Ablauf der Behandlung geben.

Zahnwissen kompakt: Alles über die Zahnkrone

Infografik mit allen Informationen rund um die Zahnkrone
Infografik zum Thema Zahnkronen - zum Vergrößern anklicken

 

Definition: Was ist eine Zahnkrone und wofür wird sie verwendet?

Als Zahnkrone bezeichnet man den sichtbaren Teil eines Zahnes. Ist die „natürliche“ Zahnkrone beschädigt oder zerstört, kann die moderne Zahnmedizin mit einer künstlichen Zahnkrone für Ersatz sorgen.

Eine künstliche Zahnkrone ist ein Zahnersatz aus Metall (z.B. Gold) oder Keramik, bei dem eine passgenau im Labor angefertigte Krone wie eine Kappe über den defekten Zahn gesetzt wird. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Zahn so stark beschädigt ist (z. B. durch Karies, Unfall), dass er nicht mehr durch eine Zahnfüllung zu retten ist.

Um die natürliche Zahnsubstanz so lange wie möglich zu erhalten, werden oftmals auch „tote“ und wurzelbehandelte Zähne zur Stabilisierung überkront.

Zahnkrone Kosten: So viel kosten die unterschiedlichen Kronen

Wie hoch der Preis einer Kronenversorgung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist, wie viele und welche Zähne versorgt werden sollen, wie umfangreich die Schäden sind und aus welchem Material gefertigt wird.

Am teuersten sind Vollkeramik- und vollverblendete Kronen, die im Frontzahnbereich eingesetzt werden. Im Seiten- und Backenzahnbereich erfüllen weit günstigere Metallkronen ihren Zweck.

Die Gesamtkosten der Behandlung ergeben sich aus dem zahnärztlichen Honorar und den Kosten für das Labor (Material und Arbeitszeit). Je nach Zahnarzt und Labor, bzw. Wohnort können diese Kosten unterschiedlich hoch ausfallen.

Kosten aufgeschlüsselt nach Kronenart

Kronenart:

Kosten

Metallkrone unverblendet - günstigste Variante (NEM)

ca. 250 - 450 €

Metallkeramikkrone (Verblendung Keramik)

ca. 300 - 600 €

Goldkrone

ca. 500 - 900 €

Kunststoffkrone / Langzeitprovisorium

ca. 100 - 450 €

Teilkeramikkrone

ca. 400 - 700 €

Veneers (Keramikverblendschalen)

ca. 700 - 1200 €

Vollkeramikkrone

ca. 700 - 1100 €

Teleskopkrone

ca. 700 - 900 €

Zahnkronen: Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Welche Zuschüsse die Krankenkasse zahlt, richtet sich nach dem individuellen zahnmedizinischen Befund, der den Zustand des gesamten Gebisses berücksichtigt. Dabei wird jedem Befund eine „ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche“ Regelversorgung hinterlegt, für die ein jährlich angepasster Betrag ausgewiesen wird, der sogenannte Festzuschuss.

Dieser Festzuschuss deckt 60% bis 75% der Durchschnittskosten der Regelversorgung ab und gilt unabhängig davon, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse Sie versichert sind. Ihr Eigenteil für eine Krone bleibt also gleich, egal ob Sie bei der Techniker Krankenkasse, Barmer oder einer anderen gesetzlichen Krankenkasse versichert sind.

Wichtiger Hinweis: die gesetzliche Kasse übernimmt nicht (!) pauschal 60% - 75% der wirklich entstehenden Kosten – die anteilige Kostenübernahme kann in den meisten Fällen deutlich niedriger ausfallen, weil im Regelfall nicht nur die günstige Regelversorgung mit Nichtedelmetall durchgeführt wird, sondern hochwertigere Materialien verwendet werden.

Mithilfe eines Bonusheftes ist es möglich, den Festzuschuss auf 70% (5 Jahre lückenlos) bzw. 75% (10 Jahre lückenlos) zu erhöhen.

Für Patienten mit geringem Einkommen gibt es eine Härtefallregelung: Sie erhalten den doppelten (Grund-)Festzuschuss, mindestens aber die Kosten für die Regelversorgung.

Die aktuellen Festzuschüsse finden Sie bei der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zum Download.

Die gesetzliche Versicherungen übernimmt nicht (!) pauschal 60% - 75% der Kosten!

Die anteilige Kostenübernahme kann in den meisten Fällen deutlich niedriger ausfallen, weil im Regelfall nicht nur die günstige Regelversorgung mit Nichtedelmetall durchgeführt wird, sondern hochwertigere Materialien verwendet werden.

Wie hoch ist der Eigenanteil für Zahnkronen?

Am Beispiel der Versorgung eines weitesgehend zerstörten Backenzahnes, lässt sich das gut nachvollziehen:

Die Richtlinie der gesetzlichen Krankenkassen schreibt die Behandlung mittels einer Vollkrone aus Metall vor.

Die Höhe der Gesamtkosten werden im Behandlungsvorschlag der Krankenkasse auf 321,35 € (163,26 € für die zahnärztliche Leistung + 158,09 € für die zahntechnischen Leistungen) festgesetzt:

 

Im Normalfall erhalten Sie einen Zuschuss zur Regelversorgung von 60%.

Durch den Nachweis eines Bonusheftes, lässt sich der Zuschuss erhöhen:

  • Wurde das Bonusheft 5 Jahre lückenlos geführt, beträgt der Zuschuss 70%.
  • Wurde das Bonusheft 10 Jahre lückenlos geführt, erhöht sich der Zuschuss auf 75%.

Eigenanteil bei Regelversorgung, für eine Vollkrone aus Metall

 

Festzuschuss

Eigenanteil

ohne Bonusheft

192,81 €

129,09 €

+ mit 5 jährigem Bonusheft

224,95 €

96,40 €

+ mit 10 jährigem Bonusheft

241,01 €

80,34 €

Doppelter Festzuschuss (Härtefall)

321,35 €

0 €

Wünschen Sie eine von der Regelversorgung abweichende Behandlungsart, können deutlich höhere Gesamtkosten entstehen.

Selbst bei einem 10 Jahre lang regelmäßig gepflegten Bonusheft steigt der Eigenanteil auf bis zu ca. 700 €!

Welche Kosten übernimmt eine Zahnzusatzversicherung für Zahnkronen

Zahnersatz kann sehr teuer werden - die Kosten für eine einzelne Krone sind noch überschaubar. Benötigt man mehrere Kronen, kommen schnell relativ hohe Summen zusammen.

Wer sich vor hohen Kosten schützen möchte, sollte über den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nachdenken. Gute Tarife übernehmen die Kosten für Zahnkronen zu 90 oder 100% - doch es gibt auch günstigere Angebote mit niedrigeren Leistungen.

Hochwertige Zahnkronen aus Keramik- oder Gold sind ästhetischer und langlebiger!

Allerdings auch deutlich teurer als der Vorschlag der gesetzlichen Krankenkasse. Je nach Ausführung und der individuellen Umstände bewegen sich die zu erwartenden Kosten für eine Behandlung mittels Gold- oder Keramikkrone zwischen 500 € und 1000 €. Der zu erwartende Eigenanteil steigt dementsprechend, da die Krankenkasse lediglich den Anteil der Regelversorgung (bis zu maximal 241,01 €) deckt.

Wichtig ist vor allem, die Zahnzusatzversicherung "rechtzeitig" abzuschließen - also zu einem Zeitpunkt, wo die Zähne noch intakt sind und keine Behandlungen notwendig sind. Wer mit dem Abschluss wartet, bis ihm der Zahnarzt eröffnet, dass er Zahnersatz benötigt, hat in aller Regel Pech gehabt, denn: Versicherungen leisten normalerweise nicht bei laufenden oder angeratenen Behandlungen (außer spezielle Zahnzusatzversicherungen mit Sofortleistung)!

Wer speziell eine gute Versicherung für die Absicherung von Kronen sucht, sollte auf folgende Punkte achten:

  • eine gute Zahnzusatzversicherung sollte mindestens 50% der Kosten für Zahnkronen übernehmen
  • keramische Verblendungen sollten auch für die hinteren Backenzähne (bis 7er oder 8er) versichert sein
  • Material- und Laborkosten sollten nicht durch eine Sachkostenliste (auch Materialkostenverzeichnis genannt) eingeschränkt sein
  • die Versicherung sollte auch für CEREC-Kronen leisten

Eine gute Zahnzusatzversicherung übernimmt - je nach Tarif - bis zu 100% für hochwertige Zahnkronen, Implantate oder sonstigen teuren Zahnersatz.

Maximilian Waizmann
Experten-Tipp

» Gerade wenn Sie schon einige Zahnkronen haben, ist bereits absehbar, dass diese früher oder später erneuert werden müssen. Der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung ist in diesem Fall sehr sinnvoll!

Wir helfen Ihnen gerne, die passende Zahnzusatzversicherung zu finden. Gemeinsam finden wir den besten Tarif für Sie und Ihre aktuelle Situation! Rufen Sie uns gerne unter 08142 651 39 28 an und lassen Sie sich kostenlos beraten! «

M. Waizmann

Welche Vorteile und Nachteile haben Zahnkronen?

Auch bei Zahnkronen gilt es, die Vorteile und die Risiken gegeneinander abzuwägen.

Vorteile von Zahnkronen:

  • Rettung vor Verlust des Zahnes:
    Ein stark zerstörter Zahn kann mithilfe einer Krone noch gerettet werden. Zusätzlich schützt die Krone vor erneuter Kariesbildung.

 

  • Adäquater Ersatz:
    Obwohl sie den Zahn nicht ersetzt, sondern nur stabilisiert, verrutscht die Krone nicht und ist zudem sehr belastbar. Mit einer Krone kann der Zahn so rekonstruiert werden, dass die natürliche Kaufunktion wiederhergestellt wird.

 

  • Stabilität und Haltbarkeit:
    Durch die hohe Stabilität, die die Kronen auch im besonders belasteten Backenzahnbereich bieten, ist bei guter Pflege eine besonders lange Haltbarkeit möglich. Viele heute noch intakte Metallkeramikkronen sind bereits weit über 20 Jahre alt.

 

  • Bestmögliche Ästhetik:
    Insbesondere Keramikkronen bieten im sichtbaren Front- und Eckzahnbereich eine natürliche Ästhetik und lassen sich kaum noch vom natürlichen Zahn unterscheiden.

 

Nachteile von Zahnkronen:

  • Wegnahme der natürlichen Zahnsubstanz:
    Insbesondere bei der Keramikkrone muss relativ viel von der natürlichen Zahnsubstanz abgeschliffen werden, weil das Material dicker sein muss.

 

  • Risiken und Komplikationen:
    Mangelnde Passgenauigkeit kann zu Entzündungen, zu erneuter Karies und Schädigung des Zahnnervs führen.

 

  • Sehr kostenintensiv:
    Die Herstellung einer Kronen verursacht vergleichsweise hohe Kosten für Material und Herstellung. Die Abrechnung erfolgt fast vollständig als Privatleistung, weshalb ein hoher Eigenanteil beim Patienten verbleibt.

 

  • Begrenzte Haltbarkeit:
    Die Krone ist nur begrenzt haltbar. Bei Erneuerung muss erneut Zahnsubstanz abgeschliffen werden. Ist eine Befestigung nicht mehr möglich, muss der Zahn gezogen und ersetzt werden.
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Zahnkronen: Wie ist der Ablauf einer Behandlung?

 

 

 

 

Schritt 1: Beratung und Heil- und Kostenplan

Liegt die medizinische Notwendigkeit einer Versorgung mittels einer Krone vor, wird der Zahnarzt zunächst die verschiedenen Möglichkeiten der Versorgung mit Ihnen besprechen. Dabei wird er auf die unterschiedlichen Kronenarten, die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie die preislichen Unterschiede zu sprechen kommen.

Bevor der Zahnarzt allerdings mit dem Zahnersatz, wie z. B. Kronen, Brücken oder Prothesen beginnen kann, erstellt er einen schriftlichen Heil– und Kostenplan.

Dieser Kostenvoranschlag, der der gesetzlichen Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden muss, gibt in der Regel auch Auskunft darüber, mit welchem Festzuschuss der Patient rechnen kann und wie hoch der für ihn zu tragende Eigenanteil ist.

 

Schritt 2: Abformung, Abdruck und Bestimmung der Zahnfarbe

Da die eigentliche Anfertigung der Krone in einem zahntechnischen Labor erfolgt, muss die Mundsituation so exakt wie möglich dorthin übertragen werden.

Dies geschieht mit Präzisionsabdrücken, die im Anschluss mit einem speziellen Hartgips ausgegossen werden. Eine hohe Detailgenauigkeit sorgt so für eine bessere Passform und eine optimale Randgestaltung der späteren Krone.

Diese ist wichtig, um das Eindringen von Bakterien und die Ablagerung von Zahnbelägen and der Übergangsstelle zur natürlichen Zahnsubstanz zu vermeiden. Für die richtige Höhe der späteren Krone benötigt der Zahntechniker noch einen Abdruck des Gegenkiefers und eine Bestimmung der Bisslage.

In der modernen Zahnmedizin ist es inzwischen auch möglich, die Abdrucknahme rein digital mittels 3-D-Kamera durchzuführen (sogenanntes 3D-Röntgen / DVT – Digitale Volumentomographie).

Wenn eine Keramik- oder Verblendkrone eingesetzt wird, ist zudem die Bestimmung der Zahnfarbe ein wichtiger Schritt.

 

Schritt 3: Anfertigung der Krone im Zahntechnischen Labor

Im Labor werden von den Patientenabdrücken zunächst Gips- bzw. Arbeitsmodelle erstellt. Anhand dieser Modelle und unter Verwendung eines Artikulators ist es dem Dentallabor möglich, eine annähernd ebenbürtige Mundsituation zu simulieren.

Die Herstellung erfolgt je nach Art der Krone in unterschiedlichen, teils aufwendigen Arbeitsschritten durch einen ausgebildeten Zahntechniker.

Moderne Zahnarztpraxen arbeiten teilweise mit sogenannten CEREC-Kronen. Dabei werden die Arbeitsschritte 2 und 3 direkt in der zahnärztlichen Praxis durch eine Computer-Vermessung vorgenommen und die Krone mittels eines 3D-Druckers automatisch vor Ort aus einem Keramik-Block gefräst. Mithilfe dieses Verfahrens können Kronen direkt in einer Behandlungssitzung erstellt und eingesetzt werden.

 

Schritt 4: Einsetzen und Verkleben der Krone

Die vom Labor oder mittels CEREC angefertigte Zahnkrone wird im Anschluss vom Zahnarzt eingesetzt. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die Krone perfekt auf den Zahnstumpf passt, um Entzündungen des Zahnfleisches weitestgehend zu vermeiden.

Oftmals müssen hinsichtlich der Zahnhöhe und der Form noch kleinere Anpassungen vorgenommen werden. Passt alles, kann die Krone endgültig eingesetzt und fixiert werden, was in der Regel mithilfe eines speziellen Zements passier

Welche Zahnkronen Arten gibt es?

Welche Art der Zahnkrone eingesetzt wird, ist sehr unterschiedlich.

Grundsätzlich lassen sich Kronen nach ihrer

  • Position,
  • Funktion,
  • Größe und Ausdehnung,
  • dem verwendeten Material,
  • und der Art der Verankerung am Zahn

unterscheiden.

Unterscheidung der Kronen nach Position

Backenzahnkrone

Zur Versorgung größerer Defekte werden im Backenzahnbereich Voll- oder Teilkronen verwendet.

 

Frontzahnkronen und Veneers

Ist ein Schneidezahn klinisch zerstört, besteht die Möglichkeit, diesen mittels einer Frontzahnkrone (oder Schneidezahnkrone) zu ersetzen.

Alternativ kommen an Frontzähnen auch sogenannte Veneers oder Teilkronen zum Einsatz, sofern der Zahn nicht vollständig zerstört ist. Veneers sind hauchdünne Keramikverblendschalen, die außen am Frontzahn aufgebracht werden können. Der Zahnschmelz wird dazu teilweise abgetragen.

 

Milchzahnkrone

In der Regel verwenden Zahnärzte Füllungen, um eine weitere Schädigung kariöser oder missgebildeter Milchmahlzähne zu verhindern. Alternativ kann eine konfektionierte (vorgefertigte) Krone auf einem Milchzahn angebracht werden. Diese Kronen sind in einer Vielzahl von Größen erhältlich und können metallfarben oder weiß sein.

Konfektionierte Kronen werden bei der Versorgung von Milchbackenzähnen (Molaren) im Falle eines fortgeschrittenen Kariesbefalls, bei entwicklungsbedingten Missbildungen des Zahnschmelzes, oder bei einer bereits durchgeführten Wurzelbehandlung empfohlen.

Zahnkronen - Unterscheidung nach Funktion

Ersatzkrone

Hiermit sind die klassischen künstlichen Zahnkronen gemeint, die bei einem größeren Zahndefekt oder klinischer Zerstörung der Zahnkrone als Zahnersatz dienen.

 

Schutzkrone

Wenn das Zahnbein (Dentin) aufgrund eines Zahnschmelz-Defektes freigelegt ist, wird eine Schutzkrone eingesetzt, um den Dentinkern und das Zahnmark gegen die zerstörenden Einflüsse aus der Mundhöhle zu schützen. Sie überdeckt somit die Zahnsubstanz der klinischen Krone. Sie können mit der vorgeprägten Kaufläche auch die Basis für ein perfektes Provisorium sein.

 

Ankerkrone

Unter einer Ankerkrone versteht man einen natürlichen und überkronten Zahn, der als seitliche Verankerung für eine Zahnbrücke eingesetzt wird. Sie sitzt an jeweils einem Ende der Brücke, mit der ein nicht mehr vorhandener Zahn ersetzt wird. Sie stützt die Brücke und garantiert so den dauerhaft erforderlichen Halt.

 

Teleskopkrone / Konuskrone / Doppelkrone

Eine weitere Variante stellt eine spezielle Art der Verankerungskrone, die Teleskop- oder Konuskrone dar. Gemeint ist hier eine zweiteilige Konstruktion (deshalb auch Doppelkrone genannt), die der Befestigung einer herausnehmbaren Prothese im Gebiss dient. Diese Krone besteht dabei aus zwei Teilen: Einer inneren Zahnkrone, die am Zahnstumpf befestigt wird und einer äußeren Zahnkrone, die auf die innere gesetzt wird und herausnehmbar ist. Sie ist befestigt an einer Prothese und somit das Bindeglied zwischen Prothese und Zahn.

Vollkrone / Mantelkrone

Unter einer Vollkrone (oder auch Mantelkrone) versteht man eine eine Restauration der natürlichen Zahnkrone. Sie deckt nicht nur die geschädigte Kaufläche ab, sondern umfasst den zerstörten Zahn vollständig und bildet dabei so gut wie möglich den natürlichen Zahn ab.

 

Teilkronen aus Metall, Gold und Keramik
So sehen Teilkronen aus Metall, Gold und Keramik aus

Teilkrone / Onlay

Mit einer Teilkrone (auch als Onlay bezeichnet) werden Teilbereiche der natürlichen Zahnkrone, wie z. B. nur die geschädigte Kaufläche, stabilisiert. Eine Teilkrone ist sinnvoll, wenn der Zahn nur leicht beschädigt ist und eine Vollkrone noch nicht notwendig ist.

Vorteil:  Es bleibt viel gesunde Zahnsubstanz bestehen.

 

Metallkrone / Vollgusskrone

Vollgusskrone aus Metall
Eine Vollgusskrone aus Stahl tut ihren Zweck, ist aber nicht besonders schön

Eine Metall- oder Vollgusskrone (Standardkrone) wird in der Regel nur für den nicht-sichtbaren Bereich, wie zum Beispiel für den Backenzahn verwendet. Die Gold – und Metallkronen sind dabei besonders lange haltbar und sehr bruchstabil.

Vorteile:

Es geht wenig gesunde Zahnsubstanz verloren: Bei dieser Versorgung muss weniger gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden, als z. B. bei Vollkeramikkronen.

Material meist gut verträglich: Bei korrekter Präparation und hochwertiger Legierung ist diese Krone meist sehr gut verträglich.

Preiswert: Im Vergleich zu anderen Kronenarten eher preiswert, da bei dieser Versorgung kein großer zahntechnischer Aufwand dahintersteckt.

Langlebig und robust: Die Vollgusskrone ist aus mundbeständigem Material und deshalb sehr langlebig/haltbar.

 

 

Nachteile:

Kosmetisch unbefriedigend: Ästhetisch ist diese Krone eher für den nicht-sichtbaren Bereich geeignet.

Metallallergie: Nicht jeder verträgt „Metalle“ im Körper.

Geschmacksstörungen oder Korrosionen möglich: Wenn Nachbarzähne mit einem anderen Material, z. B. Amalgam versorgt sind, kann es zu Geschmacksstörungen sowie zur oberflächlichen Korrosion und elektrolytischen Vorgängen kommen.

Temperaturempfindlichkeit: Da das Metall Temperaturen gut leitet, kann es insbesondere anfangs zu Temperaturempfindlichkeiten kommen.

Metall-Verblendkrone

Die Verblendkrone wird in der Basis aus Metall oder aus Gold gefertigt. Als Mantel bekommt sie einen Überzug (Verblendung) aus Keramik oder Kunststoff. Die Verblendung wird in der Farbgebung den bestehenden Nachbarzähnen angepasst und ist deshalb ästhetisch sehr ansprechend. Man verwendet sie im Regelfall an den sichtbaren Zähnen, also Schneidezähne und vordere Backenzähne.

Vorteile:

Haltbarkeit: Die Dichtigkeit von Metallgerüsten ist unübertroffen. Die Keramikverblendung kann zwar abplatzen, was aber die Haltbarkeit in der Regel aber nicht beeinträchtigt.

Verträglichkeit: Diese ist bei Titan optimal, bei Gold sehr gut, Stahl in der Regel auch meist gut verträglich, aber nicht umumstritten.

Temperaturisolation: Durch die Verblendung ist das Metall gut isoliert, weshalb es kaum noch zu Temperaturempfindlichkeiten kommen kann.

Aussehen: Ästhetisch weniger vom natürlichen Zahn zu unterscheiden, verliert aber gegen die Vollkeramik durch die fehlende Lichtdurchlässigkeit (Transparenz).

 

Nachteile:

Stärkeres Beschleifen nötig: Bei der Vorbereitung für eine Verblendkrone muss der Zahn stärker beschliffen werden als für eine Metallkrone.

Reizungen möglich: Durch die aufwendige Präparation sind Reizungen und Entzündungen des Zahnnervs möglich.

Sehr kostenintensiv: Die Verblendung muss oftmals als reine Privatleistung getragen werden. Mit Goldgerüsten gehört diese Versorgung mit zu den teuersten. Mit einem Stahlgerüst ist die Krone wesentlich günstiger.

Sichtbare Ränder: Unter Umständen können mögliche sichtbare Ränder bei Metallkeramikkronen Eindruck der Ästhetik trüben.

Goldkrone

Die Goldkrone oder auch Goldteilkrone hat in der Zahnmedizin eine sehr lange Tradition und wird auch heute noch gerne im nicht sichtbaren Bereich verwendet. Für den Einsatz im Zahnbereich verwendet man dabei eine hochgoldhaltige Goldlegierung, da reines Gold zu weich und verformbar wäre.

 

Vorteile:

Stabilität: Die Goldlegierung ist sehr stabil und hält dem Kaudruck dauerhaft stand.

Vorteil für Knirscher/Kiefergelenksprobleme: Patienten, die Knirschen oder Kiefergelenksprobleme haben, sind mit Goldkronen aufgrund der hohen Stabilität oftmals besser beraten.

Tragekomfort: Gold besitzt eine ähnliche Härte wie der Zahnschmelz und fühlt sich deshalb beim Beißen angenehm und natürlich an.

Verträglichkeit: Allergien auf Gold und dessen Legierungen sind eher selten.

 

Nachteile:

Aussehen: Ästhetisch sind Goldkronen eher für den nicht-sichtbaren Bereich geeignet.

Kosten: Im Vergleich zu anderen Metallen ist der Preis einer Goldkrone deutlich höher. Zusätzlich kann der Preis für Gold stark variieren (Goldpreisschwankungen).

Temperaturempfindlichkeit: Wie bei Metallkronen kann es auch hier anfangs zu Temperaturempfindlichkeiten kommen, weil das Metall die Temperaturen gut leitet.

Ablagerungen: Plaque und Bakterien lagern sich eher an Metall- als an Keramikkronen an. Das umliegende Zahnfleisch kann deshalb schneller gereizt reagieren. Demzufolge eher ungeeignet für Patienten, die anfällig für Parodontose sind.

Keramikkrone / Vollkeramikkrone (Jacketkrone) / CEREC

Vollkeramikkronen bestehen vollständig aus Keramik. Sie lassen wie ein feines Porzellan das Licht durchschimmern und besitzen eine ebenso feine und glatte Oberfläche. Somit gibt es kaum einen Unterschied zwischen dem künstlichen und natürlichen Schmelz.

Bei dem für die Keramikkronen verwendeten Zirkon (auch Zirkoniumoxid oder auch Zirkonoxid) handelt es sich um einen sehr belastbaren und bruchstabilen Hochleistungswerkstoff, der äußerst verträglich ist und keine Allergien auslöst.

Deshalb sind Zirkonkronen auch für Patienten geeignet, die keine Metalle im Mund haben möchten oder können.

Inzwischen können Keramikkronen auch mit einem sogenannten CEREC-Gerät hergestellt werden. Viele moderne Zahnarztpraxen verfügen heutzutage über ein solches Gerät und können damit eine CEREC-Krone innerhalb eines Tages selbst herstellen und dem Patienten einsetzen.

 

Vorteile:

Außergewöhnliche Ästhetik: Durch die hohe Lichtdurchlässigkeit kann mit Keramik ein außergewöhnlich gutes kosmetisches Ergebnis erzielt werden.

Allergiker-geeignet: Die Krone ist frei von Metallen uns somit die ideale Lösung für Allergiker. Es gibt kaum Unverträglichkeitsreaktionen und keine Reaktionen mit anderen Metallen im Mund.

Ablagerungen: Auf der glatten Oberfläche können sich Bakterien und Plaque nicht so gut ablagern. Das umliegende Zahnfleisch wird so weniger gereizt.

Temperaturisolation: Keramikkronen haben generell eine verminderte Temperaturleitfähigkeit Schnelle Behandlung (nur CEREC): speziell CEREC-Kronen können mittels modernster Technik (3D-Computer-Vermessung & 3D-Drucker) in einer Behandlungssitzung gefertigt und eingesetzt werden.

 

Nachteile:

Stärkeres Beschleifen nötig: Zahn muss umfangreicher als bei z. B. Metallkronen beschliffen werden, damit die Krone ausreichend Platz findet. Dabei geht auch viel von gesunder Zahnsubstanz verloren.

Preis / Kosten: Vollkeramikkronen sind sehr teuer und eine reine Privatleistung.

Fehlende Möglichkeiten für weiteren Zahnersatz: Mit Vollkeramikkronen gibt es keine Möglichkeit für Brücken im Seitenzahnbereich.

Vollkunststoffkronen

Vollkunststoffkronen werden heute eher als Langzeitprovisorium verwendet und dienen als Übergangslösung bis zum endgültigen Zahnersatz. Es werden hierfür entweder vorgefertigte Rohlinge benutzt oder eine individuelle Vollkunststoffkrone gefräst.

Zahnkronen: Einteilung nach Art der Befestigung

Zementierte / geklebte Zahnkronen

Metallkronen oder Verblendkronen werden in der Regel mit einem speziellen Zement am Zahn befestigt, während Keramikkronen mit einem Kunststoffkleber fest aufgeklebt werden.

 

Krone auf Stiftzahn

Bei einem völlig geschädigten Zahn, muss für den Halt der Krone ein Stift in den Zahnstumpf eingesetzt werden. Dieser Stiftzahn dient dann als Anker bzw. Sockel für die Zahnkrone.

 

Krone auf Implantaten

Zahnimplantate dienen als künstliche Zahnwurzel nach einem vollständigen Zahnverlust. Der auf einem Implantat befestigte Zahnersatz wird als Suprakonstruktion bezeichnet. Wird ein einzelner Zahn mittels Implantat ersetzt, wird auf das Implantat eine künstliche Zahnkrone gesetzt.

Als Material für eine Implantatkrone kommen sowohl Stahl, Gold wie auch Keramik in Frage. Aus ästhetischen Gründen werden immer mehr Keramikkronen als Implantatkronen verwendet.

Verschiedene Kronen aus Gold, Keramik und Vollguss auf Implantaten

Wie ist die Haltbarkeit von Zahnkronen bei guter Pflege?

Allgemein gültige Regeln zur Haltbarkeit einer Krone gibt es nicht, da viele Faktoren auf das Ersatzstück einwirken.

Entscheidend für eine lange Verweildauer im Mund sind eine gute Planung und Eingliederung des Zahnarztes, die exakte Verarbeitung des Zahntechnikers und vor allem eine optimale Mundhygiene des Patienten.

Genau wie bei natürlichen Zähnen sollten Sie auch Kronen vor allem nach zuckerreichen Mahlzeiten intensiv putzen. Für die Pflege von Kronenrändern und Zahnzwischenräumen empfiehlt es sich, regelmäßig Zahnseide und Interdentalbürsten zu verwenden.

Hier sammelt sich oftmals jede Menge organisches Material, welches zu erheblichen Problemen, wie z. B. Zahnfleischreizungen und erheblichen Entzündungen führen kann.

In seltenen Fällen kann eine Zahnkrone abbrechen - tritt dieser Fall ein, sollte man möglichst umgehend den Zahnarzt aufsuchen.

Pflegetipps für Zahnkronen

  • Tägliche intensive Reinigung mittels Zahnbürste und Zahnpasta (insbesondere nach zuckerreichen Mahlzeiten).
  • Zahnzwischenräume mit passenden Interdentalbürsten reinigen.
  • Zahnseide zur Sauberhaltung von Kronenrändern verwenden.
  • Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt.
  • Professionelle Zahnreinigung.

Welche Risiken und Komplikationen gibt es bei Zahnkronen?

Wurde die Krone professionell angefertigt und eingesetzt, ist das Risiko einer Komplikation im Normalfall äußerst gering.

Dennoch kann es beim und nach dem Einsetzen einer Zahnkrone zu folgenden Reaktionen kommen:

 

  • Infektionen von Zahn und Zahnfleisch
  • Verletzungen und Entzündungen von Nerven
  • Blutungen
  • Narbenbildung
  • Überempfindlichkeit beim Aufbeißen
  • Schmerzen auf heiße oder kalte Reize
  • Allergische Reaktionen oder Unverträglichkeitsreaktionen auf das Kronenmaterial
  • Starke Reizung und Entzündung des Zahnnervs durch das Beschleifen (Präparationstrauma)
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Sind Zahnkronen aus dem Ausland (z. B. Osteuropa) eine günstige Alternative?

Wer seine Zähne in Deutschland umfangreich sanieren lässt, muss trotz Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse oftmals im 4- bis 5-stelligen Bereich zuzahlen.

Da der Eigenanteil von gesetzlichen Krankenkassen immer gleich hoch ausfällt, egal ob Sie bspw. bei der AOK oder DAK versichert sind, erscheint Zahnersatz aus dem Ausland (z. B. Ungarn, Polen, Türkei) in dieser Situation oftmals als eine günstige Alternative. Das muss auch nicht in jedem Fall schlecht sein. Niedrigere Preise bedeuten nicht zwangsläufig, dass hier schlechter gearbeitet wird.

Allerdings gibt es zur Qualität von Zahnersatzversorgungen aus den angrenzenden EU-Staaten kaum verlässliche Untersuchungen. Ob der Zahnersatz hält, was die wohlklingende Werbung verspricht, zeigt sich oftmals erst nach einigen Jahren.

Der medizinische Dienst Rheinland-Pfalz hatte in einer Studie aus dem Jahre 2008 beklagt, dass etwa ein Drittel der im Ausland gefertigten Brücken und Kronen schlecht gemacht war. Bei den 88 begutachteten Patienten wurden unter anderem abstehende Kronenränder, ein fehlerhafter Gebissschluss oder die Nutzung von zu stark vorgeschädigten Zähnen als „Pfeiler“ für den Zahnersatz bemängelt.

 

Vorteile:

  • Günstigere Behandlungsmöglichkeiten als in Deutschland

  • Auch im Ausland lassen sich deutsche Zahnärzte finden, die nach deutschen Behandlungsstandards arbeiten.

 

Nachteile:

  • Extrakosten durch Anfahrts- oder Übernachtungskosten.
  • Behandler spricht unter Umständen kein perfektes Deutsch, was zu Verständigungsproblemen und Missverständnissen führen kann.
  • Mögliche Einsparungen beim Material können zu Abstoßungsreaktionen (bei Implantaten problematisch) führen.
  • Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Ansprüche können nur in dem Land gerichtlich durchgesetzt werden, in dem die Behandlung durchgeführt wurde.
  • Ein deutscher Zahnarzt wird unter Umständen die Nachbehandlung verweigern (erneute Anreisekosten im Falle von Nachbehandlungen)
  • Engmaschige Kontrollen der Hygienestandards wie in Deutschland sind nicht in allen osteuropäischen Ländern üblich.

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