Zahnprothese / Kosten, Arten, Vor- & Nachteile

Autor: Sandra Waizmann - Expertin Zahnzusatzversicherung

Sandra Waizmann | Versicherungsfachfrau IHK

Zahnprothesen werden schon lange nicht mehr als die unbeliebten „Dritten“ abgestempelt. Sie dienen als künstlicher Zahnersatz und sorgen für ein lückenloses Lächeln. In unserem Ratgeber erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile, sowie Alternativen.

Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Arten von Zahnprothesen es gibt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und was Sie bei der Reinigung und Pflege beachten sollten.

Frau hält Zahnprothese und einen Apfel in den Händen

 

1. Was sind Zahnprothesen?

Unter einer Zahnprothese versteht man einen künstlichen Zahnersatz. Die Herstellung und Eingliederung fällt unter die zahnmedizinische Fachrichtung Prothetik. Während eine Teilprothese einzelne Zahnlücken schließt, ersetzt eine Vollprothese das komplette Gebiss.

1.1 Wann brauche ich eine Zahnprothese?

Eine Zahnprothese ist notwendig, wenn einzelne oder mehrere Zähne fehlen. Erst wenn Zahnlücken so ausgeprägt sind, dass laut Zahnarzt eine oder mehrere Brücken keinen Sinn mehr ergeben, kommen Zahnprothesen zum Einsatz.

Welche Art einer Zahnprothese die Richtige ist, hängt individuell vom Status der noch vorhandenen Zähne oder der Kieferknochenstruktur ab.

1.2. Welche Arten von Zahnprothesen gibt es?

Vollprothese oder Totalprothese:

Vollprothese bzw. Totalprothese für zahnlose Kiefer

Sind im Ober- oder Unterkiefer keine Zähne mehr vorhanden, ist eine Vollprothese nötig. Nach der Behandlung soll der zahnlose Kiefer ästhetisch und für die Kaufunktion wiederhergestellt sein.

Umgangssprachlich wird diese Totalprothese auch als „die Dritten“ bezeichnet. Das Material besteht aus Kunststoff und hält am Oberkiefer durch Speichel und Saugkraft an Gaumen und Zahnfleisch.

Am Unterkiefer ist weniger „Ansaugfläche“ vorhanden. Hier kann die Prothese nur am Zahnfleisch haften. Darum kommt es in besonderen Fällen zu einer Verschraubung mit dem Kiefer, wenn der Halt der Prothese nicht gegeben ist.

Teilprothesen

Herausnehmbarer Zahnersatz in Form einer Teilprothese

Eine Teilprothese ist ein teilweise herausnehmbarer Zahnersatz, der zwischen gesunden Zähnen als Lückenschließer eingesetzt wird. Diese kommt zum Einsatz, wenn noch einige natürliche Zähne im Kiefer vorhanden sind, deren Anzahl aber für eine Brücke nicht mehr ausreicht. Die vorhandenen Zähne dienen somit als Anker für die Prothese.

Wie bei der Vollprothese ist das Material für die Teilprothese aus Kunststoff. Meist werden Sie mit Klammern an den benachbarten Zähnen befestigt und sind herausnehmbar. Der Gaumen bleibt im Vergleich zur Vollprothese frei, somit hat die Zunge mehr Spielraum um uneingeschränkt sprechen zu können.

Teleskop Zahnprothesen

Teleskopprothese - herausnehmbare Prothese mit Verankerungsmöglichkeit

Eine Teleskopprothese ist herausnehmbar und zugleich fest verankert. Dabei dienen die natürlichen Zähne als Halterung für festsitzende Innenteleskope. Die an der herausnehmbaren Prothese angebrachten Außenteleskope gleiten beim Einsetzen über die Innenteleskope und sind danach im Gebiss fest verankert.

Die Teleskopprothese wird stets getragen und bietet durch ihren festen Halt einen optimalen Tragekomfort. Obwohl diese Art der Prothese im oberen Preissegment angesiedelt ist, ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut.

Druckknopfprothesen

Hygienische Druckknopfprothese mit super Preis-Leistungsverhältnis

Bei einer Druckknopfprothese handelt es sich um eine Kombination aus einem festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz. Zur Verbindung werden Druckknöpfe verwendet, auf denen z.B. eine Vollprothese befestigt werden kann.

Der Halt der Prothese wird erreicht, indem die Verbindungstücke „ineinander schnappen“. Zur einfachen Vorstellung kann man diese Funktion mit den Druckknöpfen an Kleidungsstücken wie Jacken vergleichen.

Eine Druckknopfprothese eignet sich als Vollprothese sowie als Teilprothese.

Stegprothesen

Stegprothesen sorgen für stabilen Halt ohne Eingewöhnungszeit

Die Stegprothese besteht aus einem fest verankerten Teil im Kiefer und einem herausnehmbaren Element. Beide werden durch den schon im Namen enthaltenden Steg verbunden.

Der im Kiefer verankerte Teil wird mit zwei bis sechs Implantaten befestigt. Die Implantate werden mit dünnen Metallstäben miteinander verbunden. Die Prothese umgreift beim Einsetzen den Steg für eine feste Verankerung.

Diese sorgen für einen stabilen Halt und werden mit dünnen Metallstäben miteinander verbunden. Durch diese Verbindungen kann die Prothese den Steg umgreifen und einen sicheren Halt gewähren.

1.3 Vorteile und Nachteile

Welche Vorteile und welche Nachteile bietet eine Zahnprothese? Wir schaffen Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Arten der Zahnprothesen und geben einen Einblick über die Pros und Contras.

Vollprothese

Vorteile:

  • Zählt zur Standardversorgung bei einem zahnlosen Kiefer
  • Kostgengünstig
  • Einfach in der Herstellung
  • Reparatur und Anpassung jederzeit möglich

Nachteile:

  • Kann Geschmack beeinträchtigen
  • Kann für Übelkeit sorgen
  • Einschränkungen beim Sprechen
  • Probleme beimEssen mit dem Halt der Prothese
Teilprothese

Vorteile:

  • Freibleiben des Gaumens
  • Spielraum für die Zunge, daher keine Einschränkung der Sprache
  • Geschmacksempfinden bleibt gewährleistet

Nachteile:

  • Klammern können sichtbar sein
  • Gefahr von Bakterienbildung an Klammern
  • Benachbarte Zähne sind starker Belastung ausgesetzt
Teleskop Zahnprothese

Vorteile:

  • Sehr gute Ästhetik
  • Hochwertige Alternative zu Implantaten
  • Sichere Fixierung bei großen Lücken

Nachteile:

  • Vorhandene natürliche Zähne müssen präpariert werden
  • Risiko der Überbelastung vorhandener Zähne
  • Fortschreitender Kieferknochenrückgang im zahnlosen Bereich
Druckknopfprothese

Vorteile:

  • Kugelkopfanker und Gegenstück benötigen weniger Platz
  • Hohe Hygienefähigkeit (leicht zu pflegen)
  • Gutes Preis- Leistungsverhältnis

Nachteile:

  • Erfordert vorherige Wurzelbehandlung
  • Hoher Verschleiß bei Halteelementen (jedoch austauschbar)
  • Nur bei guter Knochenstruktur anwendbar
Stegprothese

Vorteile:

  • Fester Halt (kein Wackeln oder Verrutschen)
  • Hoher Tragekomfort
  • Keine Eingewöhnungszeit


Nachteile:

  • Erfordert eine Operation
  • Hohe Kosten durch Implantate
  • Verbleib von Speiseresten unter der Prothese
 
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2.1. Was kostet eine Zahnprothese?

Eine ganz einfache Kassenprothese bekommt man schon für rund 1.000 Euro – hochwertige Modelle mit fester Verankerung (z.B. Teleskope oder Implantate) kosten teilweise zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Wie hoch der Preis einer Zahnprothese tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Entscheidend ist:
  • Wie viele Zähne müssen ersetzt werden? 
  • Wird eine klassische Vollprothese (selbsthaftend am Gaumen) gewählt?
  • Wird eine Prothese mit fester Verankerung (z.B. Teleskope, Implantate) gewählt?
  • Wie viele Implantate werden für die Verankerung benötigt?
  • Welche Art von Prothese soll auf die Implantate gesetzt werden?
  • Wie hoch sind die Zahnarzt- und Laborkosten?

Kosten aufgeschlüsselt nach Art der Prothese:

Prothesen-Art:

Kosten:

Totalprothese (OK + UK)

ca. 1.600 € – 3.000 €

Vollprothese Oberkiefer

ca. 900 € - 1.600 €

Vollprothese Unterkiefer

ca. 950 € - 1.700 €

Teilprothese (je Kiefer)

ca. 500 € – 1.200 €

Teleskopprothese (je Kiefer)

ca. 2.000 € – 6.000 €

Druckknopfprothese (je Kiefer)

ca. 1.500 € – 4.500 €

Stegprothese inkl. 2 Implantate

ca. 4.400 € – 7.500 €

Stegprothese inkl. 4 Implantate

ca. 10.000 € – 15.000 €

2.2. Was leistet die gesetzliche Krankenkasse für Zahnprothesen?

Bonusheft

Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren grundsätzlich einen Festzuschuss für den fertigen Zahnersatz. Zugrundegelegt wird hierbei die Versorgung mit einem kompletten Gebiss bei Zahnlosigkeit. In diesem Fall eine Vollprothese.

Für einen zahnlosen Unterkiefer fällt der Festzuschuss etwas höher aus als im Oberkiefer, da der Aufwand für den Halt und Funktion der Prothese höher ist.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der hinterlegten „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftliche“ Regelversorgung, für die ein fester Betrag ausgewiesen wird, der sogenannte befundbezogene Festzuschuss.

Dieser Festzuschuss deckt 60% bis 75% der Durchschnittskosten der Regelversorgung ab und gilt unabhängig davon, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse Sie versichert sind. Ihr Eigenanteil für den fertigen Zahnersatz bleibt also gleich, egal ob Sie bei der AOK, Techniker (TK), Barmer, DAK oder einer anderen gesetzlichen Krankenkasse versichert sind.

Folgende Festzuschüsse können Sie Stand 01/2021 für eine Oberkiefer-Vollprothese erwarten:

60%
Regelsatz

70%
5 Jahre Bonusheft

75%
10 Jahre Bonusheft

Härtefall
bei geringem Einkommen

max. 473,39 €

max. 552,29 €

max. 591,74 €

max. 788,98 €

Wichtig!

Die gesetzliche Kasse übernimmt nicht (!) pauschal 60% - 75% der wirklich entstehenden Kosten – die anteilige Kostenübernahme kann in den meisten Fällen deutlich niedriger ausfallen, weil im Regelfall nicht nur die günstige Regelversorgung mit Nichtedelmetall durchgeführt wird, sondern hochwertigere Materialien verwendet werden.

Mithilfe eines Bonusheftes ist es möglich, den Festzuschuss auf 70% (5 Jahre lückenlos) bzw. 75% (10 Jahre lückenlos) zu erhöhen.

Für Patienten mit geringem Einkommen gibt es eine Härtefallregelung: Sie erhalten einen erhöhten (Grund-) Festzuschuss, mindestens aber die Kosten für die Regelversorgung.

2.3. Wie hoch ist der Eigenanteil für Zahnprothesen?

Ein gutes Beispiel ist die Versorgung eines zahnlosen Oberkiefers mit einer Stegprothese mit vier Implantaten:

 
Infografik der Kosten für eine Stegprothese
Der Eigenanteil für eine Stegprothese ist nicht unerheblich, wie unser Beispiel zeigt!
 

 

Je nach Art der gewählten Versorgung (abweichend von der Regelversorgung) können hier allerdings auch deutlich höhere Gesamtkosten entstehen.

Mit dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung lässt sich der Eigenanteil, durch eine entsprechende Absicherung, auf bis zu 0,00 EUR reduzieren.

2.4. Welche Kosten übernimmt eine Zahnzusatzversicherung?

Die Kosten für Zahnprothesen können sehr teuer werden! Selbst die Kosten für die einfachste Ausführung einer Prothese kann Sie in finanzielle Sorgen stürzen. Werden dazu noch Zahnimplantate notwendig, fällt der z.B. mühsam angesparte Urlaub schnell ins Wasser.

Je nach Bedarf, übernimmt die Zahnzusatzversicherung bis zu 100% der Kosten. Selbstverständlich gibt es je nach Situation auch günstigere Angebote mit niedrigeren Leistungen.

2.5. Worauf muss ich bei der Wahl einer Zahnzusatzversicherung für Prothesen achten?

✅ Wählen Sie eine Zahnzusatzversicherung mit möglichst hoher %-Erstattung!

✅ Beim Thema Zahnersatz sollten keine Einschränkungen vorgesehen sein!

✅ Die Leistungen sollten nicht auf eine bestimmt Summe begrenzt sein!

Material- und Laborkosten sollten nicht durch eine Sachkostenliste (auch Materialverzeichnis genannt) beschränkt sein!

✅ Die Anzahl erstattungsfähiger Implantate sollte nicht begrenzt sein!

 Eine vorhandene Zahnprothese sollte bei der Antragstellung nicht zur Ablehnung führen! 

 

Maximilian Waizmann
Experten-Tipp

»Sie besitzen bereits eine Teil- oder Vollprothese? Seien Sie bei der Wahl einer Zahnzusatzversicherung besonders vorsichtig.

Einige Anbieter versichern niemanden mit einer Prothese. Achten Sie auf die Absicherung von Reparaturen und hochwertige Leistungen für Zahnersatz.

Weitere Infos zur Absicherung von Zahnprothesen finden Sie unter: Zahnzusatzversicherung für Zahnprothesen

Wir helfen Ihnen gerne, die passende Zahnzusatzversicherung zu finden. Gemeinsam finden wir den besten Tarif für Sie und Ihre aktuelle Situation! Rufen Sie uns gerne unter 08142 651 39 28 an und lassen Sie sich kostenlos beraten

M. Waizmann

 

 

3. Zahnprothese – Behandlung & Behandlungsdauer

In diesem Teil befassen wir uns mit den einzelnen Behandlungsschritten der jeweiligen Zahnprothese. Je nach Größe der Zahnlücke und Beschaffenheit der Zahn- und Knochenstruktur, wird Ihr Zahnarzt prüfen, welche Prothese für Sie am geeignetsten ist.

Die Dauer der Behandlung misst sich ebenfalls an der Art der Prothese. Während Sie bei einer Prothese ohne Implantate innerhalb von drei bis sechs Wochen mit dem Endprodukt rechnen können, sollten Sie bei Implantaten mit einer Dauer von bis zu sechs Monaten planen.

3.1. Behandlungsablauf der Vollprothese ohne Implantate

Entscheiden Sie sich mit Ihrem Zahnarzt für eine Vollprothese, wird im nächsten Schritt ein Abdruck Ihres Ober- und Unterkiefers gefertigt. Aus diesem Gipsmodell entsteht ein individueller Löffel, der exakt auf Ihre Kieferverhältnisse angepasst ist.

Auf der Grundlage des individuellem Löffels, wird eine Wachseinprobe durch einen Bissabdruck erstellt. Durch die Wachseinprobe kann die Vollprothese im Dentallabor fertiggestellt werden.

Mit Anpassung der Prothese und Nachkontrollen werden ca. vier Besuche bei Ihrem Zahnarzt notwendig sein.

3.2. Ablauf der Behandlung einer Teilprothese ohne Implantate

Zahnprothese für viele fehlende Zähne
©brostock | 217687491 |stock.adobe.com

Bei Teilprothesen ohne Implantate müssen die verbliebenen natürlichen Zähne an den vorgesehenen Befestigungsstellen beschliffen werden, damit die Prothese gut haften bleibt.

Wie bei der Vollprothese werden nun die Schritte für einen Kiefer- und Zahnabdruck durchgeführt. Für den Zeitraum zwischen Abformung und Fertigstellung der Prothese werden die beschliffenen Zähne mit einem Interimsprothese versorgt.

Die gefertigte, vorläufige Prothese aus Wachs kann nun in einer weiteren Sitzung individuell auf Sie angepasst werden. Sobald das Wachsmodell für Sie ganz natürlich wirkt, kann im Dentallabor die endgültige Prothese gefertigt werden.

Kleine Änderungen können an dieser Art der Prothese auch in der Folgezeit noch vorgenommen werden.

3.3. Behandlung und Fertigung der Teleskopprothese

Für eine Teleskopprothese muss im ersten Schritt der Zahnstand dokumentiert werden. Es wird dabei geplant, welche Zähne als Ankerzähne dienen können. Nach Vorbereitung der Mundsituation durch eventuelle Füllungen und Zahnreinigung, können die ausgewählten Ankerzähne präpariert werden.

Hierfür würd großzügig der Zahnschmelz abgetragen, damit die Zähne nur noch einem Zylinder ähneln. Je nach Schmerzempfindlichkeit können hier mehrer Termine angesetzt werden. Nachdem die Zähne fertig präpariert sind, wird ein Abdruck für das Labor angefertigt.

Im Labor entsteht nun ein Gipsabdruck, auf dem die Käppchen hergestellt werden, die später auf die vorbereiteten Zahnsümpfe gesetzt werden. Ebenfalls wird wie bei der Vollprothese ein individueller Abformlöffel gefertigt.

Im nächsten Schritt werden die Metallkäppchen „anprobiert“. Während diese auf den Stümpfen sitzen, wird ein weiterer Abdruck mit dem Löffel genommen.

Im Anschluss erfolgt ein sehr wichtiger Teil der Behandlung. Um Die Bisssituation der alten Zähne nachzuempfinden, wird der Abdruck ebenfalls in Gips umgesetzt um ein Bissregistrat zu erstellen. Bei einer Veränderung der Kopf- und Kieferstruktur können sonst Kopfschmerzen oder Schmerzen beim Kauen entstehen.

In den letzten Schritten wird die Prothese aus Wachs erstellt und im Mundraum exakt angepasst. Final kann nun die Prothese erstellt werden.

3.4. Behandlungsablauf der Druckknopfprothese

Um eine Druckknopfprothese einsetzen zu können, müssen erst die Zähne, die als Abstützung dienen sollen, bis zum Zahnfleischsaum gekürzt werden. In diesen Zahnrest wird nun ein Wurzelstift eingesetzt. Die Druckknopfverbindung (Patrizen) werden auf den Stift gelötet, die Gegenstücke (Matrizen) werden im Prothesenkunststoff eingearbeitet.

Der Halt der Prothese wird erreicht, indem die Verbindungstücke „ineinander schnappen“. Zur einfachen Vorstellung kann man diese Funktion mit den Druckknöpfen an Kleidungsstücken wie Jacken vergleichen.

3.5. Behandlungsablauf der Zahnprothese mit Implantaten (Stegprothese)

Für Zahnprothesen mit Implantaten untersucht der Zahnarzt den Zustand von Zahnfleisch und Kieferknochen anhand von Röntgenaufnahmen.

Im nächsten Schritt werden unter örtlicher Betäubung die Implantate in den Kieferknochen eingesetzt. Unter Umständen kann ein Knochenaufbau im Zuge dieser OP erfolgen, um eine ausreichende Stabilität der Implantate zu gewährleisten.

In den nächsten vier bis sechs Monaten lässt man die Implantate komplett einheilen. Um ein normales Sprechen und Essen zu ermöglichen erhalten Sie ein Langzeitprovisorium während der Heilungsphase.

Im Anschluss wird durch einen digitalen Mundscan der Abdruck genommen, damit die Stegversorgung individuell im Labor angefertigt werden kann. Danach werden vom Zahnarzt die Stege eingesetzt und die Prothese wird für Sie angepasst.

 

4. Zahnprothese – Alternativen, Reinigung & Pflegetipps

4.1. Alternativen zur Prothese

Zahnbrücken

Sind noch ausreichend Zähne vorhanden, können fest verankerte Zahnbrücken eine gute Alternative zu Zahnprothesen sein. Angrenzende Zähne werden dabei beschliffen und als Brückenpfeiler mit einer Krone überzogen.

Zahnimplantate

Eine ebenfalls festsitzende Alternative zu Zahnprothesen sind Zahnimplantate. Sie werden fest im Kieferknochen verankert. Darauf lassen sich feste oder auch abnehmbare künstliche Zähne befestigen.

All-on-4

Die Methode All-on-4 bietet eine besonders schnelle Methode für Zahnersatz bei einem zahnlosen Kiefer. Spezielle Implantate bieten eine stabile Grundlage, werden mit weniger Eingriffen eingesetzt und kommen ganz ohne Knochenaufbau aus.

Jedoch ist diese Methode eine relativ teure Variante im Vergleich mit einer herkömmlichen Prothesenlösung.

4.2. Reinigung und Pflege der Zahnprothese

Die Reinigung der Zahnprothese ist genauso wichtig wie die der natürlichen Zähne. Ansonsten können sich Bakterien bilden und schnell vermehren. Übler Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen können die Folge sein.

Folgende Regeln sollten Sie beim Reinigen beachten:

Regel 1: Schutz vor Bruch

⚠️ Reinigen Sie Ihre Zahnprothese mit größter Vorsicht⚠️

Am besten füllen Sie Wasser in Ihr Waschbecken oder eine Schüssel um höhere Abstürze zu vermeiden.

Regel 2: Mundhygiene nicht vergessen

Zahnfleisch, Schleimhaut und Zunge sollten täglich mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden.

Um eine Vermehrung von Bakterien zu vermeiden, spülen Sie danach die Mundhöhle gut aus.

Eine Alternative zur manuellen Reinigung bietet die Reinigung durch Ultraschall. Durch ein Ultraschallbad können durch Schwingungen und Wellen Schmutzpartikelchen entfernt werden, die mit einer Bürste nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind.

Reinigung des Mundes ist trotz Prothese enorm wichtig!

Regel 3: Gründliche Reinigung

Wie beim Zähneputzen sollte die Prothese morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen gereinigt werden. Hierbei eignet sich am besten eine weiche Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenbürste und Wasser. Einmal am Tag ist die Anwendung eines Gebissreinigers zu empfehlen.

Mit diesen Mitteln kann die Prothese auch entkalkt werden. Bitte beachten Sie dazu immer die Gebrauchsanweisung! Zum Desinfizieren kann die Prothese mehrmals im Monat in eine 0,2%-ige Chlorhexidinlösung gelegt werden.

Achtung:

Zahnpasta eignet sich nicht zur Reinigung der Prothese. In der Zahnpasta befindet sich eine hoher Anteil an Schleifpartikel, die die Zahnprothese zerkratzen und abnutzen könnten. Bakterien können sich somit leicht auf der angerauten Oberfläche ansiedeln.

4.3. Reparatur der Zahnprothese

Sollte die Prothese mal abgebrochen sein oder durch Fallenlassen bzw. Fehlbelastung beschädigt werden, lässt sie sich meistens im zahntechnischen Labor reparieren. Bei größeren Zerstörungen oder verbogenen Prothesen benötigt man Ersatz.

Lesen Sie dazu unter 4.2 Reinigung und Pflege wie Sie optimal Ihre Prothese sauber halten, ohne eine Beschädigung zu riskieren.

Eine nicht mehr passende Prothese kann im Labor ganz einfach unterfüttert werden und so wieder optimal an den Kiefer angepasst werden.

4.4. Tipps und Tricks

Eingewöhnung:

Nach dem Einsetzen der Prothese benötigt der Mundraum immer einige Zeit zur Eingewöhnung. Erhöhter Speichelfluss und leichte Druckstellen können dabei auftreten. Spülen mit Salzwasser oder Wund- und Schutzgel kann diese Beschwerden lindern.

Vorbeugung von Druckstellen:

Zur Vorbeugung von Druckstellen nutzt man einen einfachen Trick. Stellt man die Ernährung zur Eingewöhnung auf „weichere“ Mahlzeiten um, so kann die Belastung der Zahnprothese deutlich verringert werden.

Besserer Halt:

Für den besseren Halt eignet sich bei Zahnprothesen eine Haftcreme. Wenn Sie die Prothese an Gaumen und Zahnfleisch „kleben“, bietet sie vor allem beim Essen und beim Kauen mehr Sicherheit. Speisereste haben es schwerer zwischen Zahnprothese und Zahnfleisch zu gelangen, da die Haftcreme eine art Versiegelung schafft.

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