Nicht empfehlenswerte
Zahnzusatzversicherungen

  • Leistung nur auf Niveau der gesetzlichen Regelversorgung?
  • Nur 20 oder 30% Erstattung für Zahnersatz?
  • Diese Tarife sind nicht unbedingt zu empfehlen
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Es gibt in Deutschland rund 50 Anbieter für Krankenversicherung und jede dieser Gesellschaften bietet durchschnittlich 2 bis 3 verschiedene Tarife an. Hinzu kommen mehrere hunderte gesetzlicher Krankenkassen, die mit privaten Anbietern kooperieren und spezielle Sondertarife anbieten. Es gibt also insgesamt mehrere hundert verschiedener Möglichkeiten, eine Versicherung für die Zähne abzuschließen.

 

Für den Endverbraucher ist es alles andere als leicht, in diesem „Dschungel“ den Überblick zu behalten und das richtige Angebot aus den vielen Möglichkeiten auszuwählen. Mit unserem Zahnzusatzversicherung Vergleich helfen wir Ihnen, dass Sie nicht in die Falle tappen.

Viele Zahnzusatzversicherungen entpuppen sich allerdings als „Mogelpackung“, wenn man die Bedingungen genauer analysiert. Die Beiträge sind zwar oftmals günstig, aber was nützt das schon, wenn die Versicherung hinterher nicht das hält, was die Werbung vorher verspricht?

Billigangebote, die mit Beiträgen unter 10 Euro für Erwachsene locken, gibt es wie Sand am Meer. Im Regelfall beträgt die prozentuale Leistung dann aber nur 20 bis 40% oder der Festzuschuss der gesetzlichen Kasse wird verdoppelt. Die Anbieter bauen darauf, dass die Verbraucher schlecht informiert sind - so hält sich hartnäckig immer noch das Gerücht, dass die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich für Zahnersatz 50 bis 65% leistet (denn dann wären 20 bis 40% ja absolut ausreichend, um die „Lücke“ zu schließen).

Die Aussage an sich ist nicht komplett falsch, aber man muss hinterfragen, „wovon“ die gesetzlichen Krankenkassen diese 50 bis 65% leisten. Diese Prozentsätze beziehen sich nämlich nicht auf einen „realen“ Rechnungsbetrag für hochwertigen Zahnersatz, z.B. Implantate, Inlays o.Ä., sondern ausschließlich auf die gesetzliche Regelversorgung, also eine „ausreichende, wirtschaftliche und zweckmäßige“ Versorgung mit Zahnersatz. Eine gute Versicherung leistet allerdings auch über die Regelversorgung hinaus.

Problem: hoher Eigenanteil aufgrund niedriger Kassenleistungen bei Zahnersatz

Wenn jemandem ein Backenzahn fehlt, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Lücke zu schließen. Die „einfachste“ (und kostengünstigste) Möglichkeit ist hierbei eine unspektakuläre Brücke aus unedlem Metall, die zwar Ihren Dienst tut und die Kaufähigkeit wiederherstellt, wo man aber nicht mehr gerne ausgiebig lachen möchte, weil sonst jeder das dunkle Metall im Mund sehen kann.

Eine solche Brücke kostet durchschnittlich z.B. um die 700 Euro (die Festzuschüsse variieren hier, je nach Befund gibt es unterschiedlich hohe Zuschüsse) . Anhand dieses Betrages setzt die gesetzliche Krankenkasse dann ihren Festzuschuss fest, der sich wie erwähnt zwischen 50 und 65% bewegt, also hier zwischen 350 und 450 Euro.

Eine hochwertige Brücke mit ästhetischer Keramikverblendung kostet allerdings um die 1500 Euro, ein hochwertiges Implantat sogar um die 2500 Euro, oftmals auch noch mehr. Der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse deckt dann also nicht mehr 50 bis 65%, sondern allenfalls noch ca. 10 bis 30%.

Und wenn dann die Zusatzversicherung auch nur 20 oder 30% leistet, dann muss man trotz Versicherung u.U. Noch mehr als 50% selbst bezahlen - und das geht bei hochwertigem Zahnersatz ins Geld. Die aktuellen Testsieger von Stiftung Warentest leisten sogar für Zahnersatz 100% - das gilt beispielsweise für die Tarife DFV Zahnschutz Exklusiv 100 oder Die Bayerische ZAHN Prestige.

 

Zahntarife, die also nur 20, 30 oder 40% leisten, sind von Haus aus nicht empfehlenswert, auch wenn die Beiträge verlockend gering sind.

Zahnzusatzversicherungen mit niedrigen prozentualen Leistungen

  • TKK-Envivas - DentalXtra
  • Württembergische - ZG30
  • Württembergische - ZG40
  • DKV - AM7
  • DKV - AM8
  • Continentale - CE
  • UKV - ZahnPlus
  • Barmenia - AZ
  • Signal-Iduna - DentProphy
  • Victoria - GE, GEP
  • Münchner Verein - 768
  • Central - GP0
  • Hanse-Merkur - EZ
  • Universa - GZPlus
  • R+V - ZE30
  • R+V - ZE40
  • Inter - GZE1
  • HUK-Coburg - GZZ

Zudem gibt es viele Zahnversicherungen am Markt, die diesen Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse verdoppeln. Die Werbung für derartige Tarife suggeriert dann nicht selten, dass man damit 100% Leistung bekommen könnte.

Eine Verdopplung des Festzuschusses der gesetzlichen Krankenversicherung oder allgemein eine Orientierung der Tarifleistung auf Basis der (geringen) Kassenleistung sind natürlich ebenfalls nicht empfehlenswert.

Besser sind Tarife, die mit einer festen prozentualen Leistung auf Basis des Rechnungsbetrages erstatten, beispielsweise die Gothaer MediZ Duo oder ERGO Premium ZAB+ZAE+ZBB+ZBE  (leisten beide 90% bei Zahnersatz).

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Zahnzusatzversicherung mit Festzuschuss-Verdoppelung

Nicht empfehlenswert

  1. ERGO-Direkt - ZEF (Dentalvorsorgeplan +100)
  2. AXA / DBV Winterthur - Tarif DENT
  3. Signal-Iduna - Dent-Fest
  4. R+V Z3U / P3U
  5. Universa Dent-Komfort
  6. Münchner Verein - 560
  7. Nürnberger - ZR

Achten Sie also darauf, dass die Zahnzusatzversicherung entweder ohne Einbeziehung der GKV-Vorleistung ab 50% oder mehr leistet oder zusammen mit den Zuschüssen der Krankenkasse ("inkl. GKV") eher 70% und mehr. Gute Tarife sollten zusammen mit den Festzuschüssen der GKV zwischen 80 und 90% der effektiven Zahnersatz-Rechnung absichern. 

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