Zahnzusatzversicherung - oder
selber sparen?
- Selbst sparen? Oder lieber eine gute Versicherung?
- Vorteile & Nachteile - was ist besser?
- Bin ich wirklich der "Spar-Typ" und halte ich das durch?
Update: aktualisiert 21.11.2025
Mit Versicherungen ist das immer so eine Sache. Oft weiß man nicht, ob sich das wirklich lohnt. Bei der Zahnzusatzversicherung liest man auch immer wieder, dass man sich das Geld dafür auch sparen kann. Die Empfehlungen der Verbraucherschützer sind unterschiedlich - so hält beispielsweise die Stiftung Warentest eine Zahnzusatzversicherung für empfehlenswert.
Der Bund der Verbraucher (BDV) hingegen empfiehlt hingegen eher, das Geld für Zahnersatz und Zahnbehandlungen selbst anzusparen. Doch ist das wirklich der richtige Weg?
Die Vor- und Nachteile einer Zahnzusatzversicherung muss jeder für sich selbst gegenüber der Variante "selbst sparen" abwägen. Vor allem muss man sich die Frage stellen, ob man wirklich der "Typ" ist, der die Sparvariante auch wirklich "durchhält" - schließlich sind die Zähne zu wichtig, als dass eine optimale Versorgung am Geld scheitern sollte!
Ob sich eine Zahnversicherung wirklich rechnet, oder ob du dir das Geld sparen kannst, erfahrt ihr in unserem Video:
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Ganz klar, das Argument gegen den Abschluss einer Versicherung und für die eigene Ansparvariante: wer seine Zähne gut pflegt und im Laufe der Jahre doch keine teure Zahnsanierung benötigt, spart sich das Geld und kann es anderweitig verwenden. Doch ist das realistisch?
Es ist zumindest gefährlich – eine weitere Umfrage des PKV-Verbandes ergab, dass bereits über die Hälfte aller Befragten bereits heute Zahnersatz benötigen (siehe Grafik PKV-Verband) – das Risiko, dass auch Sie irgendwann mal Kronen, Brücken oder Implantate benötigen, ist also relativ hoch. Dieses Argument kann insofern nur für denjenigen gelten, der einen sehr guten Zahnzustand hat und seine Zähne top pflegt.
Doch selbst für diejenigen, die gute Zähne haben, könnte eine Zahnzusatzversicherung die bessere Lösung sein – nämlich wenn derjenige auch großen Wert auf Zahnerhalt legt und viel Geld für Zahnprophylaxe beim Zahnarzt investiert. Wer z.B. zwei mal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durchführen lässt, der zahlt in Deutschen Großstädten im Regelfall um die 100 Euro pro Zahnreinigung. Viele Anbieter übernehmen diese Kosten vollständig!
Nehmen wir mal an, Sie schließen eine Versicherung für 40 Euro im Monat ab, wo 2 x 100 € im Jahr für die professionelle Zahnreinigung voll übernommen werden (z.B. die DFV Zahnzusatzversicherung Zahnschutz Exklusiv), dann zahlen Sie unterm Strich gerade mal 280 Euro pro Jahr. Nach 4 Jahren anfänglicher Summenstaffel hätten Sie Prophylaxe-bereinigt eine Summe von 1120 € in die Versicherung einbezahlt.
Wenn Sie dieselbe Summe gespart hätten, dann könnten Sie sich davon gerade einmal eine oder zwei Kronen leisten – ein Implantat für ca. 2000 bis 3000 Euro wäre beim Zahnersatzsparen gerade mal knapp zur Hälfte drin nach 4 Jahren.
Daher ganz klarer Vorteil der Zahnzusatzversicherung: während Sie beim Sparen für Zahnersatz nach einigen Jahren erst wenig Geld angespart haben, kann eine Zahnzusatzversicherung auch nach wenigen Jahren Beitragszahlung schon sehr viel erstatten.
Wichtig ist: achten Sie darauf, eine eher günstige Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Wer ein überteuertes Angebot abschließt, für den rechnet sich das ganze am Ende oftmals weniger. Anbieter mit günstigen Tarifen sind zum Beispiel auch die Astra Zahnzusatzversicherung (z.B. Tarif ZahnPlus oder ZahnMega), die Münchener Verein Zahnzusatzversicherung (Tarif ZahnGesund 75+) oder die Barmenia Mehr Zahn 80 + Mehr Zahnvorsorge Bonus.
Ein weiterer Nachteil der Sparlösung: Die liebe Spardisziplin – die Verlockungen des Alltags sind leider allgegenwärtig – ein schöner Urlaub oder das neue Ipad – kurz der Versuchung erlegen und schwupps, ist das angesparte Geld, das eigentlich für die Zahnsanierung gedacht war, anderweitig investiert. Und selbst wer diszipliniert ist, könnte unter Umständen in eine Notlage geraten, wo er das Geld anderweitig benötigt – und das war es dann mit den schicken Keramikkronen.
Empfehlenswert ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung auf jeden Fall für denjenigen, der anhand seines Zahnzustandes bereits heute absehen kann, dass er voraussichtlich in einigen Jahren Zahnersatz benötigen könnte.
Dabei darf natürlich im Moment noch kein zahnärztlicher Handlungsbedarf offiziell vom Zahnarzt festgestellt worden sein – aber wenn ich natürlich schon einige ältere Füllungen oder Kronen im Mund habe, dann ist natürlich zu erwarten, dass diese wahrscheinlich in einigen Jahren erneuert werden könnten – und das kann teuer werden.
Auch wer bereits Zahnlücken hat, sollte unbedingt über eine Zahnzusatzversicherung nachdenken - es gibt Tarife, wo man bis zu 3 fehlende Zähne mit versichern und auch kurzfristig Leistungen in Anspruch nehmen kann (Zahnzusatzversicherung fehlende Zähne).
Wie immer im Leben hat alles seine Vor- und Nachteile. Es mag Menschen geben, für die ein Sparplan die bessere Lösung ist - für viele hingegen ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoller. Die Vor- und Nachteile beider Varianten haben wir nachfolgend gegenübergestellt.
Ob Zahnzusatzversicherung oder selber sparen für Sie besser ist, hängt vor allem von Ihrer Spardisziplin, Ihrem Gesundheitszustand der Zähne und dem verfügbaren Einkommen ab. Eine Zahnzusatzversicherung bietet Ihnen Planungssicherheit und Schutz vor sehr hohen Einmalbeträgen, wenn mehrere Kronen, Implantate oder Inlays auf einmal notwendig werden.
Ein eigener Sparplan funktioniert nur, wenn Sie wirklich regelmäßig und langfristig Geld zurücklegen – und dieses Geld nicht für andere Zwecke antasten. Gerade in den ersten Jahren ist das Risiko hoch, dass teure Behandlungen anstehen, bevor genügend Rücklagen aufgebaut sind. Wenn Sie eher zu spontanen Ausgaben neigen oder bereits bekannte Baustellen an den Zähnen haben, spricht vieles für eine gute Zahnzusatzversicherung.
Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich, sobald absehbar ist, dass Sie mittelfristig teuren Zahnersatz oder hochwertige Behandlungen benötigen und diese Kosten nicht einfach aus eigener Tasche zahlen können. Bei Implantaten, Brücken oder umfangreichen Sanierungen erreichen Rechnungen schnell mehrere Tausend Euro, während der Versicherungsbeitrag meist im zweistelligen Monatsbereich liegt.
Wer jung ist und noch relativ gesunde Zähne hat, profitiert zusätzlich von niedrigen Beiträgen und der Absicherung von Prophylaxe-Leistungen wie professioneller Zahnreinigung. Rechnet man typische Zahnersatzkosten gegen die Beiträge über viele Jahre, fällt die Bilanz in vielen Fällen zugunsten der Versicherung aus – vor allem, wenn mehrere größere Eingriffe zusammenkommen.
Wenn Sie statt einer Zahnzusatzversicherung selbst sparen möchten, sollten Sie realistisch mindestens den typischen Versicherungsbeitrag (zum Beispiel 20–40 Euro monatlich) als festen Zahnrücklagen-Betrag einplanen. Rechnen Sie mit möglichen Behandlungskosten von 3.000–5.000 Euro für ein Implantat oder eine größere Sanierung, braucht es viele Jahre, bis Sie diesen Betrag rein durch Sparen aufgebaut haben. In dieser Zeit können dennoch unerwartete Schäden auftreten, die Ihre Rücklagen übersteigen.
Wenn Sie ausschließlich selbst sparen, tragen Sie das volle Kostenrisiko, falls mehrere Behandlungen in kurzer Zeit notwendig werden. Besonders kritisch wird es, wenn Zahnersatz früher oder teurer kommt als gedacht und Ihre Rücklagen noch nicht ausreichen. Dann müssen Sie entweder auf günstigere, oft weniger komfortable Versorgungen ausweichen oder eine Ratenzahlungen inkl. Zinsen beim Zahnarzt eingehen.
Zudem ist die Versuchung groß, mühsam angesparte Rücklagen für andere Dinge zu verwenden. Eine Zahnzusatzversicherung schützt Sie dagegen vor solchen finanziellen Überraschungen und zwingt Sie gewissermaßen zu einer konsequenten „Sparrate“ in Form des Monatsbeitrags.
Auch mit vorhandenen Rücklagen kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Erspartes nicht für Zahnersatz „verbrauchen“ möchten oder mehrere größere Behandlungen zu erwarten sind. Rücklagen geben zwar ein gutes Gefühl, sind aber oft für andere Lebensziele geplant – etwa Notfälle, Auto oder Immobilie.
Eine Zahnversicherung sorgt dafür, dass ein großer Teil der Zahnarztkosten nicht an diese Reserven heranreicht und Sie Ihr Polster möglichst unangetastet lassen. Zudem profitieren Sie je nach Tarif von Leistungen für Prophylaxe, Füllungen und Wurzelbehandlungen, die sich auch dann lohnen können, wenn Sie einzelne Zahnersatzrechnungen zur Not selbst tragen könnten.
Für Kinder kann eine Zahnzusatzversicherung oft sinnvoller sein als reines Sparen, weil vor allem Kieferorthopädie (insbesondere Zahnspangen) schnell hohe vierstellige Beträge erreicht, die viele Familien nicht spontan stemmen können. Ein Sparplan allein funktioniert nur, wenn Eltern frühzeitig anfangen und konsequent durchhalten – bei Kindern ist aber oft unklar, wann genau eine Zahnspange nötig wird und wie umfangreich die Behandlung ausfällt.
Gute Kindertarife übernehmen zudem nicht nur KFO-Leistungen, sondern auch Füllungen und Prophylaxe, was langfristig wiederum teuren Zahnersatz vermeiden hilft. Eine Kombination aus moderatem Sparen und passender Zahnzusatzversicherung für Kinder bietet in der Praxis häufig die beste Balance aus Sicherheit und Flexibilität.
Wenn eine kostspielige Behandlung nötig wird, bevor Ihr Sparplan ausreichend gefüllt ist, müssen Sie die Differenz aus Ihrem laufenden Einkommen, aus anderen Rücklagen oder über Ratenzahlungen finanzieren. Das kann die Haushaltskasse über Jahre belasten und im Extremfall dazu führen, dass Sie sich aus Kostengründen für eine weniger hochwertige Versorgung entscheiden. Mit einer rechtzeitig abgeschlossenen Zahnzusatzversicherung sind solche Fälle typischerweise abgedeckt, sobald Wartezeiten und anfängliche Begrenzungen abgelaufen sind.
Sie können Zahnzusatzversicherung und eigenen Sparplan gut kombinieren, indem Sie eine solide Versicherung als Grundschutz wählen und zusätzlich kleinere Beträge für Eigenanteile oder ästhetische Extras zurücklegen. Die Versicherung fängt dann die großen Risiken ab, während Ihr Sparplan Flexibilität für Wünsche bietet, die über den Tarif hinausgehen – zum Beispiel besonders hochwertige Materialien, Bleaching oder zusätzliche Prophylaxe. So bleiben Sie handlungsfähig, auch wenn der Tarif bestimmte Grenzen hat oder nicht alles zu 100 Prozent übernimmt. Gleichzeitig müssen Sie deutlich weniger ansparen als ohne Versicherung, weil ein Großteil der Zahnarztkosten bereits vertraglich aufgefangen wird.
Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie zunächst Ihre konkrete Situation durchspielen: Zahnstatus, bisherige Behandlungen, erwartbare Risiken (zum Beispiel viele Füllungen, Parodontitis, familiäre „schlechte Zähne“) und Ihr monatlicher finanzieller Spielraum.
Danach lohnt sich ein Blick auf typische Kosten für Zahnersatz und Prophylaxe im Vergleich zu den Beiträgen einer guten Zahnzusatzversicherung über einen längeren Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren. Online-Rechner und neutrale Ratgeber geben eine erste Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Einschätzung.
Am einfachsten ist es, wenn Sie Ihre Zahnsituation und Wünsche mit einem unabhängigen Versicherungsmakler durchgehen, der Ihnen ehrlich sagt, ob eine Zahnzusatzversicherung, ein Sparplan oder eine Kombination aus beidem für Sie persönlich am meisten Sinn ergibt.
